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Veranstalter verteidigen Absage von Festival

Das Heavy-Metal-Fest Odin Storm sollte am Wochenende in Pirna stattfinden, wurde aber wegen einer Sturmwarnung abgesagt. Viele halten das für eine Ausrede.

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© Lara-Sophie Pohling

Mareike Huisinga

Pirna. Viktoria Kanzler ist Pressesprecherin des Vereins MeDDal Heads aus Dresden, der am Wochenende in Copitz das Heavy-Metal-Festival Odin Storm organisieren wollte. Mit der SZ sprach sie zu den Gründen der Absage und den Gerüchten, die deswegen aufkamen.

Frau Kanzler, der Aufschrei in den sozialen Medien ist groß. Ihr Verein hat jetzt das für das Wochenende geplante Heavy-Metal-Festival Odin Storm in Copitz wegen einer Unwetterwarnung abgesagt. Viele Facebook-Nutzer fragen, ob nicht doch Anwohner dahinterstecken, die Lärmbelästigung fürchteten. Ist da etwas dran?

Nein. Die Absage hängt definitiv nicht mit den Anwohnern oder Nachbarn zusammen. Das Deutsche Rote Kreuz hat uns über eine mögliche Unwetterwarnung am Wochenende informiert. Träte ein solcher Fall ein, könne das DRK nicht garantieren, dass genügend Rettungsfahrzeuge zur Absicherung unseres Festivals zur Verfügung stehen. Das Risiko wollen wir nicht eingehen. Schließlich haben wir die Verantwortung für die Besucher und Gäste. Und selbst, falls es jetzt keine Sturmböen mit Gewitter gibt; auf jeden Fall wird das Wetter schlechter. Das würde auf die Stimmung beim Festival drücken. Da es sich um eine Premiere handelt, wollen wir aber möglichst optimale Rahmenbedingungen haben, und die sind an diesem Wochenende einfach nicht gegeben.

Andere Gerüchte besagen, dass es Probleme mit der Veranstaltungstechnik gegeben habe …

Na ja, ich muss zugeben, dass wir damit Schwierigkeiten hatten. Da unser Budget klein ist, mussten wir viele Preise vergleichen. Letztlich haben wir aber alles organisiert bekommen.

Können Sie die Bedenken der Anwohner wegen Lärmbelästigung nachvollziehen?

Klar, denn Metalmusik gilt als laut und trifft nicht so unbedingt jedermanns Geschmack. Deshalb hätten wir auch entsprechende Maßnahmen getroffen, um den Pegel möglichst gering zu halten. Unter anderem war geplant, dass wir die Lautsprecher-Boxen zum Wald und nicht zur Wohnbebauung ausrichten. Die Stadt hat uns die Auflage erteilt, dass die Musik um Mitternacht enden muss.

Stichwort Stadt. Wie lief Ihre Zusammenarbeit mit dem Pirnaer Rathaus?

Sehr entspannt. Ursprünglich wollten wir das Festival in Dresden veranstalten. Da wir kein geeignetes Gelände im Innenstadtbereich fanden, sind wir auf den Flugplatz Copitz gestoßen. Das Areal ist optimal. Ich hatte den Eindruck, dass die Stadtverwaltung die Veranstaltung auch als Chance und eine mögliche Bereicherung für Pirna begriff. Sie hat uns sogar eine finanzielle Förderung in Aussicht gestellt.

Es sind bereits Eintrittskarten im Vorfeld verkauft worden. Wie bekommen die Käufer ihr Geld zurück?

Wir schreiben jeden per Rundmail an, um ihm das Geld auf sein Konto zurückzuüberweisen. Besonders zahlreiche Pirnaer hatten sich bereits ein Ticket gekauft, was uns sehr freute. Es zeigt schließlich, dass das Festival grundsätzlich in der Region auf gute Resonanz stößt.

Und wie geht es mit dem Odin Storm weiter? War es das jetzt?

Nein! Zwar mussten wir das Festival absagen, aber wir haben als Verein und Veranstalter wertvolle Erfahrungen gesammelt. Auf jeden Fall soll die Party im nächsten Jahr in Pirna stattfinden. Dann hoffentlich bei besserem Wetter.

Zur Homepage des Festivals