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Verband büßt 40 000 Euro ein

Der Abwasserzweckverband muss Kredite für Bauprojekte in Brösen umschulden. Die dafür kalkulierte Förderung bleibt aus.

© Symbolbild/dpa

Leisnig/Gersdorf. Die neue Kläranlage für den Ort Brösen ist genauso in Betrieb wie die Kanalisation. Beides hat der Abwasserzweckverband (AZV) Leisnig in den Jahren 2016 und 2017 installieren und verlegen lassen. Doch jetzt ergibt sich ein Finanzierungsproblem – konkret fehlen 40 000 Euro.

Der Plan sah vor, für dieses Vorhaben ein zinsvergünstigtes Darlehen von der Sächsischen Aufbaubank in Anspruch zu nehmen. Das entsprach bis dahin der Praxis bei Baumaßnahmen zur Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes. „Zunächst stand der 31. Dezember 2015 als Umsetzungstermin. Verbände, die das nicht schafften, konnten vor Ablauf der Frist einen sogenannten städtebaulichen Vertrag abschließen. Das haben wir getan, allerdings mit dem Fertigstellungstermin 31. Dezember 2016“, erklärt AZV-Geschäftsführer Michael Tecklenburg. Zu diesem Zeitpunkt hat der Verband in Brösen noch gebaut. Weil er damit vertragsbrüchig geworden ist, soll ihm die Zinsverbilligung jetzt nicht gewährt werden. Das heißt, der AZV Leisnig muss allein für die Erschließung von Brösen 40 000 Euro mehr als geplant ausgeben. Dasselbe Problem könnte für die abwassertechnische Erschließung von Sitten und Gersdorf auf den Verband zukommen.

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Am Dienstag haben die Verbandsvertreter erst einmal die 2016 aufgenommenen Vorfinanzierungskredite für Brösen in reguläre Kredite umgeschuldet. Den für die rund 135 000 Euro teure Kläranlage muss der AZV die nächsten 20 Jahre bei der Sparkasse Döbeln abzahlen. Sogar über 25 Jahre läuft der Kredit für die Kanäle. Die haben reichlich eine halbe Million Euro gekostet.

Wer 2015 falsch eingeschätzt haben könnte, wie lange in den Ortsteilen mit eigener Abwasserentsorgungslösung noch gebaut wird, ist nach den Worten von AZV-Verbandschef Tobias Goth nicht mehr nachzuvollziehen. Um an die Kreditförderung zu kommen, hätte auf dem Vertrag nur ein späteres Abschlussdatum stehen müssen. „Warum das anders gelaufen ist, wissen wir nicht“, so Michael Tecklenburg. Fakt sei aber auch, so Goth und der Geschäftsführer übereinstimmend, dass die Schuld nicht allein beim Verband zu suchen ist – wenn überhaupt. „Wir haben ein Jahr auf die wasserrechtliche Genehmigung vom Landkreis für das Bauvorhaben in Brösen gewartet“, so Goth. Dieser Zeitverzug von zwölf Monaten fällt dem AZV auf die Füße. Ende 2017 waren alle Bauarbeiten einschließlich des Straßenbaus in Brösen abgeschlossen.