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Verbotene Reisemitbringsel

Eine Mango aus Vietnam oder ein Palmensamen aus der Karibik? Diese Mitbringsel sind meist verboten und eine Gefahr.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Nossen. Die Ferienzeit steht vor der Tür, zahlreiche Deutsche freuen sich schon auf ihren Urlaub, den viele gern in exotischen Landstrichen und auf anderen Kontinenten verbringen wollen. Mitbringsel aus dem Ferienort sind ein Muss. Mit leckeren Früchten, außergewöhnlichen Pflanzen oder Samen wollen viele Reisende ein Stück Urlaub auch gleich mit nach Hause nehmen. Doch das ist in den allermeisten Fällen gar nicht erlaubt, wie die Fachleute des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Nossen am Sonnabend beim Tag der offenen Tür erklärten.

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Zahlreiche Besucher nutzen die Gelegenheit, sich in einem der modernsten Behördenkomplexe im Freistaat Sachsen umzuschauen. Auch Dietmar Mohn und Stefanie Hanisch wollten einen Blick hinter die Kulissen des Standortes zu werfen. „Gleich beim ersten Rundgang sind wir hier auf dieses Thema aufmerksam geworden und wollten wissen, was man aus dem Urlaub mitbringen darf und was nicht“, berichtet das Vater-Tochter-Gespann aus Großschirma. Sonja Schurig, Sachbearbeiterin im Bereich Pflanzengesundheit, klärte auf und erläuterte den Gästen, welche fatale Folgen die Einfuhr von exotischen Früchten und Pflanzen haben können. Beispielsweise würden immer wieder Schädlinge in Mangos aus Vietnam eingeschleppt, die sich dann vermehren und große Schäden anrichten können.

Auch der Asiatische Laubholzbockkäfer, der jahrelang unerkannt im Verpackungsmaterial aus Holz nach Deutschland eingeschleppt wurde, sorge in einigen Gebieten für erhebliche Schäden, so Sonja Schurig. „Der Käfer und seine Larven zerstören unsere einheimischen Laubbäume. In Magdeburg und Bayern wurden große Befallsgebiete festgestellt, ganze Waldgebiete mussten gerodet und das Holz vollständig vernichtet werden“, berichtet die Fachfrau weiter.

Doch nicht nur Urlaubsmitbringsel können für die einheimische Natur fatale Folgen haben. Hobbygärtner, die sich Exoten und besondere Pflanzen im Internet bestellen und aus dem Ausland schicken lassen, müssen schon beim Kauf besonders aufmerksam sein und Bedingungen beachten. „Wer unbedingt Pflanzen aus einem Nicht-EU-Land in seinem Haus oder Garten hegen will, muss für die Einfuhr ein Pflanzengesundheitszeugnis vorlegen“, erklärte Sonja Schurig, die regelmäßig Kontrollen solcher Lieferungen durchführt. Fehle das nötige Papier würden die Pflanzen, Samen und Früchte umgehend vernichtet. „Wir empfehlen aber, lieber auf einheimische Pflanzen und Bäume aus der Baumschule oder der Gärtnerei in der Region zu setzen. Für die meisten Exoten, wie beispielsweise Zitrusbäume, ist unser Klima ohnehin nicht geeignet“, gibt sie noch zu bedenken.

„Teilweise waren wir sehr überrascht zu hören, dass es regelrecht verboten ist, Früchte mitzubringen, wie zum Beispiel Paprika“, gibt Besucher Dietmar Mohn zu. Er habe nun aber gelernt, dass er mit diesen unscheinbaren Urlaubssouvenirs auch gefährliche Bakterien und Viren mitbringen könnte, die den Boden zuhause verseuchen oder einheimische Pflanzen gefährden könnten. „Wir haben aber bisher alles richtig gemacht. Denn wir haben nie Früchte oder Pflanzen aus dem Urlaub mitgebracht und werden das natürlich auch künftig nicht tun“, ist Stefanie Hanisch erleichtert.

Im Landwirtschafts- und Umweltzentrum Nossen (LUZ) untersuchen, prüfen und forschen die Mitarbeiter zu den Themen moderne und nachhaltige Landwirtschaft, vorsorgender Natur- und Umweltschutz sowie ökologischer Landbau. In den Laboratorien werden Saatgut, Getreideernte, Wasserqualitäten und Böden unter die Lupe genommen. In den Gewächshäusern und auf den großen Testfeldern erforschen die Fachleute, welche Auswirkungen Düngemittel, Schadstoffe im Boden oder auch Schädlinge haben. Dabei können die Umweltbedingungen in den Gewächshäusern gesteuert und verändert werden.