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Verbrannte Erde

Seit Tagen ist es heiß und trocken im Landkreis. Die Hitze hat das Getreide stark geschädigt, die Waldbrandgefahr ist hoch wie nie.

© Claudia Hübschmann

Von Dominique Bielmeier

Meißen. Was Sonnenhungrige und Grillfreunde freut, ist eine Bewährprobe für alle, die von und mit dem Wetter leben müssen. Die wichtigsten Informationen zur aktuellen Dürre im Überblick.

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Höchste Waldbrand-Warnstufe

Nach tagelanger Dauerhitze wurde nun auch für den Landkreis Meißen fast flächendeckend die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf erteilt. Das teilte Renke Coordes, Pressesprecher beim Staatsbetrieb Sachsenforst, auf SZ-Anfrage mit. Die höchste Warnstufe galt am Dienstag auch für den Norden Bautzens und den Kreis Nordsachsen. Während es in Meißen trotzdem erlaubt bleibt, Wälder zu betreten, hat Nordsachsen eine Verfügung erlassen, dass dies bei Stufe fünf verboten wird. Coordes warnt aber eindringlich davor, in der Nähe von Wäldern zu grillen oder Lagerfeuer zu machen. „Auch Rauchen ist offenes Feuer“, sagt Coordes. Das ist zwar generell im Wald verboten, „aber jetzt kann es wirklich große Schäden anrichten“. Auch Zufahrten in den Wald sollten auf keinen Fall zugeparkt werden. Die Lage in den kommenden Tagen bleibe „angespannt“.

Schäden von 50 Prozent beim Getreide

Verheerende Auswirkungen hat die Dürre bereits jetzt auf den Getreidebau im Landkreis. Während die Agrargenossenschaft Lommatzscher Pflege aufgrund der guten Böden, die viel Wasser speichern können, glimpflich davonkommt – und dank einer Beregnungsanlage zurzeit den Spinat wässern kann – sieht das Bild im Norden des Landkreises ganz anders aus.

Von Ausfällen von durchschnittlich 50 Prozent auf den Feldern im Altkreis Riesa spricht Gerhard Förster, Chef der Agrargenossenschaft „Unteres Sächsisches Elbtal“ Kreinitz. Viele Schäden seien irreparabel, weil das Land völlig vertrocknet ist. „Da hilft auch künftiger Regen nichts.“ Nur Mais, Zuckerrüben, Feldfutter und Kartoffeln könnten durch eine baldige Dusche noch gerettet werden. Beim Getreide und Raps seien viele Schäden dagegen nicht mehr zu korrigieren. „Und die Situation wird täglich gravierender.“

Förster ist überzeugt: „2018 wird für die Landwirte ein ganz schwieriges Jahr.“ Die Ernte werde schlecht ausfallen, die Preise jedoch nicht steigen, „da es in der Welt immer noch genug an Getreide und Ölsaaten gibt“. Ach auf die Versorgung der Viehbestände mit Futter könnte die Dürre Auswirkungen haben. Wer keine Vorräte angelegt hat und nicht zukaufen will, muss sich eventuell von Vieh verabschieden.

Der Spargel erträgt die Hitze noch

Robust ist dagegen der Spargel. „Er wird keinen Wassermangel erleiden“, sagt René Heidig von der Agrar GbR Naundörfel. Bevor es zu heiß wird, wird die Folie der Folientunnel auf die weiße Seite gedreht, damit sie die Sonne reflektiert. „Sonst bekommen die Pflanzen Hitzestress und wachsen gar nicht mehr.“ Generell lässt die Wärme sie aber gut gedeihen. Noch bis zum 24. Juni soll es die Stangen im Nieschützer Hofladen zu kaufen geben, auch wenn beim verfrühten Spargel die Ernte nun beendet wird, damit die Pflanzen sich regenerieren können. „Die Hitze macht am meisten unserem Personal zu schaffen“, sagt Heidig.

Der Elbpegel soll noch weiter sinken

Nur 94 Zentimeter war die Elbe in Dresden am Dienstagmorgen tief, am Donnerstag sollen es laut Karsten Wild, stellvertretender Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Dresden (WSA), voraussichtlich nur noch 75 sein. Eine Einschränkung wegen Niedrigwasser erteilt das WSA aber generell nicht, denn Sportboote könnten ja zum Beispiel noch fahren. „Wir halten den Verkehrsweg immer offen“, so Wild. Gewässerexperte Thomas Jakob aus dem Dresdner Umweltamt erklärte vor Kurzem der SZ: „Schuld am Niedrigwasser ist der schneearme Winter. Eigentlich sollte die Elbe im März und April voll mit Schmelzwasser sein.“ Normalerweise liegt der Pegel in dieser Jahreszeit bei durchschnittlich 175 Zentimetern.

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