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Verdammt schnell

Die Dresdner Volleyball-Frauen überrollen in der Champions League Baku. Weil ihre Annahme diesmal steht wie eine Eins.

© Robert Michael

Von Michaela Widder

Wer nach diesem Mittwochspiel noch immer glaubt, der Dresdner SC ist ein großer Außenseiter in der Champions League, der kann das Spiel nicht verfolgt haben. Nach dem Erfolg in Wroclaw hat der deutsche Meister nun seine zweite Partie in der Königsklasse gewonnen. Und wie. „Wenn wir es schaffen, unser höchstes Niveau zu spielen, ist was machbar“, hatte Waibl noch zuvor angekündigt. Am Ende hieß es 3:0 (25:16, 25:21, 26:24).

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Der DSC ist längst nicht mehr ein Team, dass sich vor Mannschaften mit einem üppigen Etat wie Telekom Baku allzu sehr fürchtet. Es ist an diesem Abend auch nichts von Nervosität zu spüren, es scheint Mitte des ersten Satzes, als habe die eingespielte Dresdner Sechs auf alles eine Antwort. Mit druckvollen Aufschlägen bringen sie die Gäste immer wieder in Bedrängnis, die zeitweise mit versteinerten Mienen wirken, als lassen sie das Spiel über sich ergehen, sich aber dann reinkämpfen.

Es ist vor allem die Dresdner Annahme, die so ziemlich perfekt an diesem Abend funktioniert. „Das hat mich heute echt beeindruckt. Der Annahmeriegel war superstabil, dadurch konnten wir unser Spiel aufziehen und schnell agieren“, sagte Waibl und lobte damit indirekt seine Abwehrchefin Lisa Stock. Die 21-Jährige hatte den Vorzug erhalten vor der erst am Montag verpflichteten Valerie Courtois, die für die am Knie verletzte Myrthe Schoot aushelfen soll. „Es gab keine Veranlassung, die Aufstellung zu ändern. Wir haben Valerie ja nicht geholt, weil Lisa eine schlechte Spielerin ist, sondern weil wir noch viele Spiele haben und sie noch nebenbei eine Ausbildung macht“, betonte Waibl und ergänzte: „Mit Valerie als Sicherheit im Rücken spielt es sich für Lisa leichter.“

Das wollte Stock nach dem Spiel so nicht bestätigen, sondern meinte. „Ich habe bewiesen, dass ich ein guter Libero bin und Myrthe unterstützen kann. Ich spiele für sie.“ Nach dem Spiel gegen Wiesbaden hat Stock viel Kritik einstecken müssen. „Dieses Gefühl will ich nicht noch mal erleben“, meinte sie und brauchte diesmal keine kritische Ansprache befürchten.

Denn wie aus einem Guss spielte das Team, mit viel Spielwitz begeisterten die Dresdnerinnen die Zuschauer. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Jetzt sind wir auf einem guten Weg“, meinte Waibl, für dessen Mannschaft nun zwei Siege und eine Niederlage in der Gruppenphase auf dem Konto stehen. „So ein Spiel kostet unheimlich viel Energie. Da kann ich mir vorstellen, wie das nächste Spiel in der Bundesliga wird“, munkelte der Trainer. Aber eigentlich war ihm das in diesem Moment egal.