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Verdi sieht sozialen Ausstieg aus Kohle

Kann die Lausitz noch einen Strukturwandel verkraften? Gewerkschafter halten das nur mit viel Staatshilfe für möglich.

Berlin. Ein Ausstieg aus der deutschen Kohleverstromung wäre nach Auffassung der Gewerkschaft Verdi verteilt über Jahrzehnte ohne betriebsbedingte Kündigungen machbar. Der Staat müsste dabei aber in erheblichem Umfang finanziell helfen. Verdi-Energiefachmann Reinhard Klopfleisch sagte: „Wir müssen für Abfindungen, Vorruhestandsgelder und Umschulungen eine Menge Geld in die Hand nehmen.“ Es gehe um eine Milliarde Euro oder mehr.

In deutschen Steinkohlezechen seien seit den späten 1950er-Jahren ungleich mehr Stellen abgebaut worden, ohne dass ein Beschäftigter ins Bergfreie gefallen sei.

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„Der Mechatroniker in einem Braunkohlekraftwerk kann auch woanders arbeiten – zum Beispiel auf einem Windkraftwerk“, sagte Klopfleisch. In der Wartung von Anlagen für Erneuerbare Energien rechne er mit einer fünfstelligen Zahl neuer Jobs in den nächsten 15 Jahren. In Gegenden wie der Lausitz werde es sehr schwer, ähnlich gut bezahlte Arbeitsplätze wie im Braunkohletagebau zu schaffen. Der Prozess sei aber zu organisieren, wenn man ihn über eine lange Zeitachse plane.

Laut Gewerkschaft arbeiten rund 50 000 Beschäftigte in Braun- und Steinkohlekraftwerken sowie 10 000 in der Braunkohleförderung in Ost und West. (dpa)