merken

Weißwasser

Verdienter Auswärtssieg in Bayreuth

Nach einer 3:0-Führung der Lausitzer Füchse wird es noch einmal eng. Das hat zwei Ursachen.

Die Lausitzer Füchse mit dem Vorlagengeber Thomas Reichel (vorn) Torschützen Oliver Granz bejubeln das 0:2.
Die Lausitzer Füchse mit dem Vorlagengeber Thomas Reichel (vorn) Torschützen Oliver Granz bejubeln das 0:2. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben bei den Bayreuth Tigers einen verdienten 5:3 (1:0, 2:1, 2:2)-Erfolg gefeiert. Dass es nach einer souveränen 3:0-Führung noch einmal ausgesprochen spannend wurde, haben die Füchse sich selbst und einer eigenartigen Strafenverteilung zu verdanken.

Die Lausitzer Füchse begannen – nach der 2:5-Heimpleite am Freitag gegen Kassel bis in die Haarspitzen motiviert und erstmals mit Feodor Boiarchinov in den Reihen – in Bayreuth mit extrem hohem Tempo. Hammond hatte nach einer Minute und einem Farmer-Pass bereits die erst hochkarätige Chance, scheiterte aber an Tigers-Towart Herden. Danach drückten die Füchse, ließen ein Aufbauspiel der Gastgeber mit ihrem Forechecking und vollem Tempo fast aller Spieler kaum zu, kamen zu weiteren Chancen. Dann gerieten sie in Unterzahl und dabei gehörig unter Druck. Schmidt vergab mit einem Abfälscher neben das Tor die beste Chance für die Gastgeber. Kaum war die Unterzahl aber beendet, stürmten wieder die Füchse. Keussen passte den Puck in die Zone vor dem Tor, Andres hielt den Schläger rein und fälschte die Scheibe an Herden vorbei ins Netz (10.). Die Bayreuther versuchten sich im ersten Drittel mit vielen Schüssen auf das Tor von Mac Carruth, aber der Amerikaner war bei meist völlig freier Sicht nicht zu überwinden und wehrte alles ab. Wenn Pucks abprallten, waren die Füchse zur Stelle und klärten die Situation. Auf der anderen Seite tauchten die Weißwasseraner immer wieder gefährlich vor dem Tor auf, verpassten aber den zweiten Treffer. Monteith schoss bei freier Torecke nicht direkt (13.), Hammond scheiterte allein vor dem Tor an Herden und George wurde vom Torwart der Puck weggespitzelt.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Das Mitteldrittel ging dann ganz klar an die Füchse, zumindest in den ersten Minuten. Hammond hatte gleich einen guten Abschluss, Farmer scheiterte mit dem Nachschuss. Insgesamt schien das hohe Füchse-Tempo den Gastgebern jetzt deutlich zu hoch. Aber sie wären bei einem Konter fast zum Ausgleich gekommen. Bartosch war bei einem langen Pass einen Tick eher am Puck als der weit aus seinem Tor geeilte Carruth. Der Tigers-Stürmer brachte den Puck Richtung Füchse-Tor, aber dort stand schon ein Verteidiger. Dann gelang den Füchse das 0:2. Granz tauchte bei einem Konter allein vor dem Gästetor auf und brachte die Scheibe mit der Rückhand unter (26.). Wenig später traf Kolozvary mit einem Hammer die Torlatte, aber im Gegenzug erhöhten die Füchse auf 0:3. Diesmal wartete Hammond nach Monteith-Pass extrem lange, spielte damit drei Bayreuther aus, um den Puck am Ende eiskalt in die linke Ecke zu versenken (27.). Es war Ruhe im Stadion, die Füchse hatten das Spiel im Griff und konnten jetzt auf Konter spielen – eigentlich. Scheinbar hatten die Schiedsrichter etwas dagegen, denn sie verteilten eine Strafe nach der anderen gegen die Füchse – einige sicherlich zu Recht, andere waren fragwürdig. Jedenfalls bekamen die Füchse in den letzten zwölf Minuten fünf Zwei-Minuten-Strafen, die Gastgeber eine, als Martens Schwamberger bei einer 5:3-Überzahl den Schläger aus den Händen schlug und die Riesenchance zum Anschluss dadurch verkleinert. Die Füchse konnten also Penalty-Killing trainieren und wurden dafür nach dem Spiel von Trainer Corey Neilsson süffisant gelobt. Die Bayreuther schafften es dabei nur selten, ganz gefährlich zu werden, und Füchse-Torwart Carruth schien unüberwindbar. Als die letzte Überzahl fast abgelaufen war, gelang Bayreuth doch noch das 1:3. Schmidt fälschte einen Querpass aus Nahdistanz ins Tor ab (40.).

Damit war es ein anderes Spiel. Die Füchse fanden nicht mehr in ihren Rhythmus, die Gastgeber waren drin und machten gehörig Druck. Als Verteidiger Karlsson dann mit der Scheibe bis vier Meter vors Tor laufen konnte und knallhart in die linke Ecke des Füchse-Tores zum 2:3 abschloss, musste man fürchten, dass dieses Spiel tatsächlich noch kippt, zumal es weitere Strafen gegen die Füchse gab. Aber die Füchse überstanden dieses Situationen und hatten auch selbst wieder Chancen, den Vierten Treffer zu erzielen. Dann endlich gab es die erste echte Überzahl für die Füchse (abgesehen von einer ganz kurzen im Mitteldrittel nach der Strafenflut). Es dauerte fünf Sekunden, und es stand 2:4. Keussen hatte die Scheibe geschickt abgeschirmt und an George weitergegeben, und der traf trocken aus drei Metern unter die Latte (56.). Aber das war immer noch nicht die Entscheidung, weil Rajala ein tolles Solo mit springendem Puck durch die Füchse hindurch zum 3:4 gelang (57.). In den verbleibenden drei Minuten ließen die Füchse aber nichts mehr zu. Die Gastgeber nahmen ihren Torwart vom Eis, und als Schwamberger bei der letzten Aktion den Puck eroberte, versenkte er ihn zum umjubelten 3:5 im Tor der Gastgeber.

Viel Zeit zur Regeneration ist nicht: Am Mittwoch, dem Vortag des Feiertages, kommt der Aufsteiger EV Landshut nach Weißwasser. Der konnte wegen der noch nicht fertigen Halle in Landshut am Sonntag nicht spielen und dürfte ausgeruht sein. Die Füchse sind trotzdem Favorit.

Statistik

Bayreuth Tigers – Lausitzer Füchse 3:5 (0:1, 1:2, 2:2)

Tore: 0:1Tomas Andres 9:35 (Assist: Keussen)
0:2 Oliver Granz 25:04 (Reichel, Schwamberger)
0:3 Mike Hammond 26:33 (George)
1:3 Michal Bartosch 39:37 (Kolozvary, Gron)
2:3 Simon Karlsson 45:54 (Kunz, Mannes)
2:4 Jordan George 55:14 (Überzahl, Keussen, Farmer)
3:4 Juuso Rajala 56:14 (Davidek, Mannes)
3:5 Daniel Schwamberger (empty net, Granz, George)

Bayreuth
Tor: Herden
Abwehr: Schmidt, Rukajärvi – Karlsson, Mannes – Martens, Veisert – Wirth
Sturm: Kolozvary, Bartosch, Kunz – Busch, Järveläinen, Gron – Rajala, Davidek, Kolb – Richter, Kronawitter

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Keussen, Kania – Pozivil, Granz – Mik, Monteith
Sturm: Andres, Murphy, Breitkreuz – Farmer, George, Hammond – Boiarchinov, Reichel, Schwamberger – Strodel, Kusche, Rentsch

Schiedsrichter: Michael Klein, Christian Oswald
Strafen: Bayreuth 8, Weißwasser 18
Zuschauer: 1 547