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Wer hilft dem Waldkindergarten?

Eine Elterninitiative möchte ihre Kinder gern im Copitzer Wald betreuen lassen. Doch das Projekt hat so seine Tücken.

© Marko Förster

Von Thomas Möckel

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Der Winter naht mit Eis und auf Kufen

Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Pirna. Der Verein „Waldkinder Pirna“ hat die Stadt erneut um Hilfe gebeten, um einen Waldkindergarten in Pirna zu etablieren. In der Stadtratssitzung am Dienstag fragte Vereinschefin Steffi Weiß bei der Stadt nach, was sie dazu beitragen könne, um eine solche Einrichtung zu eröffnen. Nachdruck verleiht dem Ansinnen jetzt auch ein fraktionsübergreifender Antrag von CDU, SPD, Linke und „Wir für Pirna – Freie Wähler“, den SPD-Stadtrat Ralf Wätzig nach Absprache mit dem Verein formulierte. Darin beauftragen die Abgeordneten das Rathaus, den Verein dabei zu unterstützen, das Kita-Projekt vorzubereiten. Besondere Hilfe sei vor allem dabei nötig, wenn der Verein mit den verschiedenen zuständigen Stellen kommunizieren muss. Dieser Aufwand sei von den Mitgliedern zeitlich und fachlich nicht zu bewältigen. Von der Stadt gab es am Dienstag noch keine Auskunft zu diesem Thema, über den Antrag wird voraussichtlich in der März-Sitzung des Stadtrates entschieden.

Der Waldkinder-Verein will schon seit geraumer Zeit einen Waldkindergarten in Pirna eröffnen, eine Einrichtung, in der die Kinder die überwiegende Zeit draußen spielen und campieren. Erster anvisierter Termin war der Sommer 2017, doch der Zeitplan habe sich laut Steffi Weiß als unrealistisch erwiesen. Ihrer Aussage zu folge gebe es noch einiges zu klären, zudem müssten verschiedene Anträge gestellt werden. Und noch immer hakt das Projekt an einigen Punkten.

Als Standort für die Freiluft-Betreuung favorisiert der Verein das sogenannte Lehdenholz in Copitz –  ein Waldstück nahe dem Natursee. Grobe Eckpunkte zu dem künftigen Quartier seien laut Steffi Weiß mit dem Sachsenforst bereits abgeklärt worden. Das Problem: Sozusagen als Basislager will der Verein im Wald einen Bauwagen aufstellen lassen. Nach Aussage der Vereinschefin gelte ein solcher Wagen allerdings als Sonderbau, eine Baugenehmigung dafür sei wesentlich teurer als beispielsweise für ein normales Haus. Sie hofft nun, dass der Verein diesbezüglich noch einmal mit der Stadt verhandeln kann.

Darüber hinaus ist der Verein noch immer auf der Suche nach einem festen Notquartier. Solch eine Zufluchtsstätte ist für Waldkindergärten vorgeschrieben. Dort können die Kinder bei extremen Wetterlagen, beispielsweise bei einem Orkan, betreut werden. Das Gebäude oder der Raum in einem Haus müsste etwa 50 Quadratmeter groß sein, die bisherige Suche verlief ergebnislos. Zudem will der Verein die Kita im städtischen Bedarfsplan verankern lassen – die Elternbeiträge wären sonst unerschwinglich. Nächstes mögliches Eröffnungsziel: Sommer 2018.