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Verein übernimmt Sportplatz in Erbbaupacht

Das neue Mehrzweckgebäude der TSV 1862 Radeburg ist fast fertig. Jetzt ist auch entschieden, auf wessen Grund und Boden es künftig steht.

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© Symbolfoto/dpa

Von Sven Görner

Am Freitag ist ein großer Tag für den Traditionsverein TSV 1862 Radeburg e.V. Das neue Sportzentrum auf dem Sportplatz an der Jahn-Allee wird eingeweiht. Es vereint künftig den Sitz des Vereins, eine moderne Vier-Bahnen-Kegelanlage und einen Mehrzweckraum für diverse weitere sportliche Aktivitäten. Und natürlich verbessern sich dank neuer Kabinen, Sanitäranlagen und Aufenthaltsräume nicht zuletzt die Bedingungen für die Radeburger Fußballer.

Während die Finanzierung des 2,4 Millionen Euro teuren Projekts lange vor dem Start des Neubaus geklärt war, blieb eine andere Frage offen. Wie sollen das neue Haus und der Grund und Boden, auf dem es steht, zusammengeführt werden? Denn während der Verein Bauherr und künftiger Betreiber ist, gehört der Sportplatz der Stadt. Diese wollte der TSV das Gelände über einen Erbbaupachtvertrag für 50 Jahre in Obhut geben. Der Verein sollte dafür 900 Euro im Jahr zahlen. Eine Verfahrensweise, wie sie häufig bei kommunalen Grundstücken praktiziert wird, die für das Gemeinwohl von Interesse sind. So neben Sportanlagen auch Schulen oder Kitas in freier Trägerschaft.

Das Rathaus hatte im April einen entsprechenden Beschluss für den Stadtrat vorbereitet. Zu einem Beschluss kam es dann aber überraschend nicht. Vielmehr wurde die Entscheidung vertagt. Den Grund dafür lieferte Andreas Hübler (ULR). Er stellte eine Alternative zum Erbbaupachtvertrag zur Diskussion: den Verkauf des Sportplatzes an den Verein. Aus der Sicht von Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) nicht die bessere Lösung: „Ein Erbbaupachtvertrag bietet die beste Gewähr dafür, dass das Sportplatzgelände auch in Zukunft nicht zweckentfremdet genutzt werden kann.“

Dennoch wurde Hüblers Vorschlag eingehend geprüft. In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Stadträte dann mehrheitlich für einen Erbbaupachtvertrag. (SZ/gör)