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Sachsen

Sachsen unzufrieden mit Wolf-Gesetz

Zukünftig sollen so lange Wölfe geschossen werden können, bis es keine Schäden mehr gibt. Die Änderungen gehen Politikern in Sachsen nicht weit genug.

© Carsten Rehder/dpa

Berlin. Nach Wolfsrissen soll es künftig einfacher sein, die Raubtiere in der Region abzuschießen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), der den Abschuss von Wölfen auch dann ermöglicht, wenn unklar ist, welches Tier genau zum Beispiel die Schafherde angegriffen hat. Es können so lange Wölfe geschossen werden, bis es keine Schäden mehr gibt, auch wenn damit ein ganzes Wolfsrudel getötet wird. Die Behörden müssen aber jeden Fall genehmigen, es gibt zeitliche und räumliche Grenzen. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte, sie halte die Maßnahmen für nicht ausreichend.

Die Pläne sehen vor, dass künftig schon "ernste" Schäden für die Abwehr ausreichen. Sie müssen nicht mehr "erheblich" sein. Das Füttern und Anlocken wilder Wölfe soll ausdrücklich verboten werden, damit sie sich nicht an die Nähe von Menschen gewöhnen. Mischlinge aus Wolf und Hund, sogenannte Hybriden, sollen geschossen werden.

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Die geplanten Änderungen gehen Politikern in Sachsen nicht weit genug. Die Richtung sei richtig, aber die Möglichkeiten, die die EU-Regelungen böten, würden so in Deutschland nicht vollständig ausgenutzt, sagte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) am Mittwoch in Dresden. "Wenn es notwendig ist, dann muss es auch möglich sein, einzelne Wölfe aus der Natur zu entnehmen, ohne dass diese bereits Nutztiere gerissen haben oder gefährlich für den Menschen geworden sind." Der Entwurf, den Sachsen im April in den Bundesrat eingebracht habe, sehe das vor. Schmidt hofft bei der Beratung auf Bundesebene weiter auf eine 1:1-Umsetzung europäischen Rechts.

© Grafik: C. Goldammer, Redaktion: A. Stober

Agrarministerin Klöckner erklärte, angesichts der "rasch zunehmenden Wolfspopulation und den damit ebenfalls zunehmenden Nutztierrissen" halte ihr Ministerium weitere Schritte für nötig. Sie will die "Entnahme einer begrenzten und behördlich spezifizierten Anzahl von Wölfen unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß" zulassen, auch wenn es keine Schäden an Nutztieren gab - sprich, der Abschuss soll auch vorbeugend ermöglicht werden, nicht erst als Reaktion auf Schäden. Änderungen könnten nun im parlamentarischen Verfahren kommen, teilte das Agrarministerium mit.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben sich die streng geschützten Wölfe stark ausgebreitet. Die Oberlausitz in Ostsachsen etwa ist eines der am stärksten von Wölfen besiedelten Gebiete in Europa. Seit Jahren gibt es zwischen Ländern und Bund, Tierbesitzern und Tierschützern Streit darüber, wie damit umgegangen werden soll, dass Wölfe immer mehr Schafe und andere Nutztiere reißen. (dpa)