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Deutschland & Welt

Verfahren gegen Kevin Spacey eingestellt

Die Anklage wegen sexueller Nötigung gegen den Hollywoodstar wurde fallen gelassen, weil das mutmaßlicher Opfer nach wie vor die Aussage verweigert. 

Ein junger Mann hatte Kevin Spacey vorgeworfen, ihn im Juli 2016 unsittlich berührt zu haben. Doch weil der 21-Jährige nicht vor Gericht aussagen wollte, wird das Verfahren nun fallen gelassen. © Steven Senne/AP/dpa

Nantucket. Der Strafprozess gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey (59) wegen Vorwürfen sexueller Nötigung ist überraschend eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft in Nantucket (US-Bundesstaat Massachusetts) am Mittwoch bekanntgab, wird das Verfahren fallen gelassen, weil das mutmaßliche Opfer, ein heute 21-jähriger Mann, nicht vor Gericht aussagen wollte.

Der junge Mann hatte Spacey vorgeworfen, ihn im Juli 2016 in einem Restaurant auf der Insel Nantucket vor der US-Ostküste betrunken gemacht und dann unsittlich berührt zu haben. Bei einem Gerichtstermin vorige Woche verweigerte der Mann aber die Aussage darüber, ob er möglicherweise Textnachrichten von der angeblichen Tatnacht auf seinem Handy gelöscht haben könnte. Das Handy ist seinen Angaben zufolge nicht auffindbar. Unter Berufung auf das Verfassungsrecht kann eine Aussage verweigert werden, um sich nicht selbst zu belasten.

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Der Fall war dadurch ins Wanken geraten. Der zuständige Richter, Thomas Barrett, meldete Anfang Juli Bedenken an, dass der Prozess ohne Kooperation des Zeugen "eine ganz schön schwierige Sache" sei. Kurz zuvor hatte der 21-Jährige zudem eine Zivilklage gleichen Inhalts gegen Spacey schnell wieder fallen gelassen. Sein Klient befinde sich auf einer "emotionalen Achterbahn", sagte Mitchell Garabedian, der Anwalt des jungen Mannes, kürzlich.

Die Verteidigung des früheren "House of Cards"-Stars plädierte schon länger dafür, dass die Anklage gegen Spacey fallen gelassen wird. Der Fall sei "lächerlich", erklärte Spaceys Verteidiger Alan Jackson im Juni.

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Vor einem Jahr wurden gegen Spacey Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe laut. Ein Fall geht nun vor Gericht. Der Star brach sein Schweigen - mit einem bizarren Video.

Seit Herbst 2017 sind in mehr als 30 Fällen Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen gegen Spacey öffentlich vorgebracht worden. Als erstes hatte der Schauspieler Anthony Rapp angegeben, als 14-Jähriger in den 80er Jahren belästigt worden zu sein. Am Londoner Old Vic Theatre könnte Spacey in seiner Zeit als künstlerischer Direktor Berichten zufolge mindestens 20 Männer belästigt haben. In England waren in mehreren Fällen polizeiliche Ermittlungen angelaufen. Der Fall aus Nantucket war allerdings bislang der einzige, der vor ein Strafgericht gekommen war.

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Die Anschuldigungen gegen Spacey waren 2017 kurz nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Filmmogul Harvey Weinstein bekanntgeworden. Mehrere solcher Fälle in der Unterhaltungsbranche lösten unter dem Stichwort #MeToo eine breite gesellschaftliche Debatte über Belästigung und Missbrauch aus. (dpa)

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