Merken

Verfahrensdauern bei Jugendgewalt: Bayern auf Platz eins, Sachsen auf Dritter

Berlin - Strafverfahren gegen kriminelle Jugendliche werden in den Bundesländern unterschiedlich schnell abgeschlossen - auf Platz eins liegt Bayern. Dort vergehen vom Eingang beim Amtsgericht bis hin zur Urteilsverkündung im Schnitt 2,3 Monate.

Teilen
Folgen

Berlin - Strafverfahren gegen kriminelle Jugendliche werden in den Bundesländern unterschiedlich schnell abgeschlossen - auf Platz eins liegt Bayern. Dort vergehen vom Eingang beim Amtsgericht bis hin zur Urteilsverkündung im Schnitt 2,3 Monate. Hessen, wo Ministerpräsident Roland Koch (CDU) das Thema Jugendkriminalität nach einem Überfall in der Münchner U-Bahn zum Wahlkampfthema machte, ist mit 4,1 Monaten das bundesweite Schlusslicht. Im Schnitt dauerte es 2006 in Deutschland 3,1 Monate, bis Jugendrichter der Amtsgerichte zu einem Ergebnis kamen. Das ergab eine dpa-Umfrage beim Bundesjustizministerium und den Ministerien der Länder.

Auf Platz zwei im bundesweiten Vergleich liegt nach Angaben der Justizministerkonferenz Baden-Württemberg mit 2,5 Monaten. In den neuen Bundesländern kommen Richter in Sachsen am schnellsten zu Ergebnissen. Nach durchschnittlich 2,7 Monaten wurden jugendliche Straftäter 2006 verurteilt. Bundesweit kommt Sachsen damit auf Platz drei. Auch Niedersachsen liegt mit 2,9 Monaten unter dem Bundesdurchschnitt, knapp ebenso Bremen mit 3,0 Monaten. In Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein dauern Jugendstrafverfahren im Schnitt 3,3 Monate.

Auch die Hauptstadt schneidet schlechter ab als der Bundesdurchschnitt: Vom Eingang des Falls bei Gericht bis zur Urteilsverkündung brauchen Berliner Amtsgerichte 3,4 Monate, teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Justiz mit. Ähnlich sieht es in Brandenburg aus. Mecklenburg-Vorpommerns Richter treffen nach 3,6 Monaten eine Entscheidung, ebenso im Saarland. Unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt auch Rheinland-Pfalz mit 3,8 Monaten. In Sachsen- Anhalt kommen die Amtsgerichte nach 3,9 Monate zu einem Ergebnis.

(Der Begriff „Verfahrensdauer“ erstreckt sich vom Eingang des Falles bei den Gerichten, hier Amtsgerichte (Jugendrichter), bis zur Verurteilung oder einem Einstellen des Verfahrens. Für Hamburg lagen zum Umfragezeitpunkt keine entsprechenden Zahlen vor.) (dpa)