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Erobern die E-Roller die Welt, oder sind sie nur ein vorübergehender Trend?

Kaum kamen die ersten Modelle auf den Markt, da wurde bereits heftig debattiert und spekuliert, ob sie tatsächlich die adäquateste Alternative als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel im dichten Straßenverkehr sind. Die Rede ist von E-Scootern, die in aller Munde sind, sich einer großen Befürworter- und Anhängerschar erfreuen und sich gleichzeitig aber auch gegenüber einer Anzahl diverser Gegner und Skeptiker behaupten müssen.

Während es die Befürworter der kleinen aber ungemein schnellen E-Scooter kaum noch abwarten können, mit den Hufen Scharren, um endlich durch die dichten Straßen von Berlin, München, Frankfurt, Köln oder Düsseldorf zu surfen, verschränken hiesige Fahrradhändler erst einmal ihre Arme und warten ab. Ist es nur ein weiterer Hype in puncto alternatives Fortbewegungsmittel der Neuzeit, oder doch eher der absolute Durchbruch für die Zukunft in dieser Branche? Fakt ist, dass der E-Scooter schon bevor er straßentauglich war, etliche Debatten hervorrief und sich schon in gewisser Weise einen Namen vor Antritt, im wahrsten Sinne des Wortes, gemacht hat.

Verkaufstrend mit Ansage

Der "Elektrostehroller", so wie er grundsätzlich bezeichnet wird, soll Zeichen setzen. Und das hat er schon, bevor er wirklich für straßentauglich befunden wurde. Erst im Mai diesen Jahres konnte sich die Bundesregierung dazu durchringen, dem E-Scooter die Freikarte für die Straße ans Heck zu haften. Kaum geschah dies, da wurde beispielsweise die vor Innovation und Urbanität nur so überschäumende Stadt Berlin von den kleinen Flitzern in Angriff genommen. Bei einme Blick auf die Vorteile ist das zunächst nicht verwunderlich:

  • E-Scooter sind eine flexible Lösung für Mobilität
  • Personen die körperlich eingeschränkt sind, können sich mit Leichtigkeit durch die Stadt bewegen
  • Auch Touristen können ihren Trip durch die Stadt "angenehmer" gestalten
  • Zudem stoßen E-Roller keine Abgase aus - ob die dadurch umweltfreundlich sind, ist jedoch umstritten

Der Angriff der E-Scooter mit der Anzug-Besatzung und Aktentaschen-Fraktion düst seitdem durch die überfüllten Straßen von Berlin und eben nun auch in anderen Städten. Dieser Hype der anderen Art einer Fortbewegungsmöglichkeit kommt nicht nur bei der Yuppiegeneration an, sondern setzt sich immer stärker auch bei anderen Bevölkerungsschichten durch, wie unter anderem die aktuellen Zahlen von statista* deutlich zeigen. An München sind aktuell bereits ca. 2.000 bis 3.000 E-Roller unterwegs. Schon bevor die Zulassung der Roller für die Straßen offiziell war, rollten schätzungsweise eine Viertelmillion der elektrischen Flitzer durch die Straßen Deutschlands. Und wenn Autokonzern-Großmogule wie BMW und VW auf den Zug aufspringen, dann kann das nur Gutes bedeuten, so die Gedankengänge einiger Industrieller und Großkonzerne. Der Verkaufstrend mit Ansage macht die Runde und gewinnt an Fürsprache. Doch hiesige Fahrradhändler halten sich zunächst erstaunlich bedeckt und zurückhaltend.

Fahrradhandel skeptisch

Laut des VSF, dem Verbund Service Fahrrad, ist das Verhalten der Händler dieser Branche als eher sehr skeptisch und zurückhaltend zu bezeichnen. Denn trotz großer Wartezeiten bei der Bestellung dieser Flitzer und langer Vorlaufzeiten, nehmen sie die Scooter nur sehr spät erst wenn überhaupt in ihrem Sortiment auf. In erster Linie sei die Zurückhaltung darauf zurückzuführen, dass Fachhändler auf eine gute Kundenberatung nicht verzichten wollen und nach dem Motto: Verkauft und Tschüss, funktioniere dies nicht in dieser Branche und sei auch nicht erstrebenswert. Es mangle somit an guter und adäquater Beratung für diese Fahrzeuge, damit auch ein sicherer Umgang mit ihnen gewährleistet werden kann.

Was dies im Einzelnen bedeutet, zeigten Bilder aus der Vergangenheit, als die ersten Gehversuche der Scooter auf öffentlichen Straßen Unfälle zufolge hatten. Für sie ist es grundlegend wichtig, dass der Kunde König ist und dass beim Verkauf eines Produktes auch ein gewisses Maß an Service, Reparaturen und Ersatzteilversorgung langfristig gesichert werden könne. Auch spiele die Preisspanne der Scooter eine wesentliche Rolle. Denn gute Qualität und Hochwertigkeit hat nun mal eben ihren Preis und die guten Scooter liegen derzeit bei einem Anschaffungswert von rund 2.400 Euro. Würde in Massen produziert, bedeute dies wie bei vielen andern Produkte in der Branche einen Preissturz und die Scooter würden dann wohl zu Dumpingpreisen von einigen Hundert Euro verkauft werden. Auch dies sei nicht im Sinne der Händler, da sie aus Erfahrung wissen, was günstige Angebote bei der Material- und Verarbeitungsausführung im Einzelnen bedeuten könne.

E-Scooter als Alternative zum Auto

Die Flitzer sind nun ganz offiziell für die Straße als tauglich befunden worden und ab ein Mindestalter von 14 Jahren und einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h dürfen sie nun seit Juni durch unsere Straßen düsen. Skeptiker und Gegner der Fahrzeuge sehen in ihnen eher einen zusätzlichen Gefahrenpool im Straßenverkehr, den es für die eh schon geplagten Autofahrer neben Fußgängern, Fahrradfahrern und Rollerfahrern nun zu beachten gilt. Auch dass diese Fahrzeuge, die elektrisch betrieben sind, äußerst umweltfreundlich seien und als gute Alternative zum Auto gelten, bezweifeln sie. Fakt ist aber definitiv, dass jetzt schon Millionen von den Flitzern auf Deutschen Straßen unterwegs sind und es täglich mehr werden. Sie sind leise, verpesten durch Abgase weder die Luft, noch tragen sie zur Feinstaubbelastung bei. Für unsere Lungen und Atemwege sicherlich eine Bereicherung und für unsere im Straßenverkehr gepeinigten Ohren ebenfalls.

Quellenverzeichnis:
* https://de.statista.com/infografik/18871/zahlen-zu-e-scootern-in-deutschland/

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