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Rentenversicherung Vergleich - die richtige Vorsorge fürs Alter!

Rentenversicherung oder Rentenverunsicherung – So klappt es mit der Altersvorsorge

rentenversicherung testErst am Anfang des Jahres 2019 trat wieder eine neue Rentenreform in Kraft, die der Bundestag im November des Jahres 2018 beschlossen hatte. Vor allem Verbesserungen bei der Mütter- und Erwerbsminderungsrente soll sie mitbringen. Ein Blick auf die vergangenen Jahre lässt es wie einen aussichtslosen Kampf aussehen. Der Gesetzgeber scheint vergeblich zu versuchen, dem demografischen Wandel und dem politischen Druck nach niedrigeren Beiträgen gerecht zu werden.

Die Rentenversicherung (englisch: pension insurance) lässt sich unterscheiden in die gesetzliche und die private Rentenversicherung. Die private Rentenversicherung hat viele Gesichter. Es gibt ganz oder teilweise staatliche geförderte Renten, und solche, die sich gänzlich privat finanzieren. Zudem unterstützen Arbeitgeber ihre Angestellten zunehmend über eine betriebliche Altersvorsorge, bei denen sich kontinuierlich die unternehmensinterne Pensionskasse füllt. Aber nicht alle wählen für ihre Altersversorgung eine Rentenversicherung. Vorausgesetzt Zeit, Kraft und die Mittel sind vorhanden, entscheiden junge Erwachsene für Investitionen in Immobilien. Die Idee ist, dass die daraus entspringende Monatsmiete wie eine monatliche Zusatzrente wirkt. Andere wählen lieber ein flexibles Sparmodell, das auch Einmalkapitalauszahlungen ermöglicht, wie zum Beispiel eine kapitalbildende Lebensversicherung.

Die vielen Optionen überfordern junge Erwachsene bei der Erstellung eines für sie geeigneten Altersvorsorgekonzeptes. Die eventuell verheerende Folge: Sie schieben es auf die lange Bank. Hilfe aus dem Internet versprechen sogenannte Altersvorsorge-Rechner, die – vorausgesetzt es bleibt alles wie es ist – für verschiedene Arten ab Renteneintrittsalter die künftige Rente berechnen. Eine Rentenberatung durch unabhängige Finanz- oder Versicherungsberater bietet sich ebenfalls an. Dennoch gilt: Ohne Vorbereitung über das „Was, warum und wie?“ der Altersvorsorge nützt auch der beste Kontakt zu einem Berater nichts.


Wie funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung?

rentenversicherung vergleichBei sozialversicherungspflichtigen Angestellten läuft die Einzahlung mehr oder weniger im Automatismus. Der Beitragssatz inklusive des Arbeitgeberanteils geht neben anderen Abgaben vom eigenen Bruttogehalt ab. Zahlreiche Arbeitnehmer befassen sich daher auch nicht mit dem Konstrukt „gesetzliche Rente“, bis es einmal zu Forderungen oder Problemen kommt. Ein Verständnis für deren Funktionsweise hilft enorm, sich im Ernstfall an die richtige Stelle zu wenden und den Stand um die eigene Rente im Alter richtig einzuschätzen.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund (veraltet: Rentenversicherungsanstalt) kümmert sich um sämtliche Angelegenheiten der Deutschen rund um deren Rente. Ihren Hauptsitz hat die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin. Daneben gibt es für einzelne Bezirke und Gebiete in Deutschland regionale Rentenversicherungsträger. Gemeinsame Aufgaben aller Träger, wie z. B. Pressearbeit und Finanzfragen klärt ebenfalls die zentrale Rentenversicherung Bund.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die Aufteilung der regionalen Zuständigkeiten:

Rentenversicherungsträger Zuständigkeiten, umfasste Städte, u. a.
Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg Baden-Württemberg
Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd Niederbayern-Oberpfalz, Oberbayern;

umfasst u. a.: Rentenversicherung Augsburg, München, Landshut;

länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Österreich

Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg Berlin, Brandenburg;

umfasst u. a.: Rentenversicherung Cottbus;

länderübergreifende Rentenangelegenheiten für Polen

Deutsche Rentenversicherung Hannover- Braunschweig Niedersachsen;

länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Japan, Philippinen, Korea

Deutsche Rentenversicherung Hessen Hessen; umfasst u. a. Rentenversicherung Darmstadt
Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen;

(größter Regionalträger- umfasst u. a. Rentenversicherung Dresden

Rentenversicherung Erfurt

Rentenversicherung Halle

Rentenversicherung Chemnitz

Rentenversicherung Gera);

länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Bulgarien, Ungarn

Deutsche Rentenversicherung Nord Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein;

umfasst u. a. Rentenversicherung Hamburg;

länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Irland- und Nordirland, Indien, Kanada, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden, USA

Deutsche Rentenversicherung Nordbayern Ober-, Mittel-, Unterfranken;

umfasst u. a.: Rentenversicherung Bayreuth,

Rentenversicherung Amberg,

Rentenversicherung Ansbach;

länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Türkei, Brasilien, Moldau, Portugal, Rumänien

Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen Ehem. Verwaltungsbezirk Oldenburg, Landkreis Wittmund; Freie Hansestadt Bremen
Deutsche Rentenversicherung Rheinland Regierungsbezirke Düsseldorf, Köln;

Länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Spanien, Belgien, Chile und Israel

Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz

Länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Frankreich, Luxemburg

Deutsche Rentenversicherung Saarland Saarland
Deutsche Rentenversicherung Schwaben Schwaben;

Länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Italien, Malta, Marokko, Tunesien

Deutsche Rentenversicherung Westfalen Regierungsbezirke Münster, Arnsberg, Detmold;

Länderübergreifende Rentenangelegenheiten für die Länder: Island, Niederlande

Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See Arbeitnehmer aus den Branchen Seeschifffahrt, Bahn und Bergbau;

Einzugsstelle für geringfügig Beschäftigte („Minijobber“);

Renten-Zusatzversicherung

Das deutsche Rentensystem funktioniert nun folgendermaßen: Jeder Arbeitnehmer und jeder Azubi zahlt zur gesetzlichen Rentenversicherung einen Beitragssatz von seinem Bruttogehalt. In 2019 beträgt dieser 18,6 Prozent. Dabei gilt der Grundsatz einer hälftigen Teilung des Beitrages zur Rentenversicherung, also:

  • Arbeitgeberanteil 50 % = 9,3 %
  • Arbeitnehmeranteil 50 % = 9,3 %

In Zahlen ausgedrückt beträgt der Rentenversicherung-Beitrag im Falle eines Bruttogehalts von 3000,00 Euro eine Höhe von 558 Euro, die monatlich in die gesetzliche Rentenkasse fließen. Je mehr ein Angestellter verdient, desto höher ist der von ihm und seinem Arbeitgeber gezahlte Beitrag. Das gilt allerdings nur bis zu einem Maximalbetrag (sog. Beitragsbemessungsgrenze). Für die Rentenversicherung ist die Beitragsbemessungsgrenze in 2019 auf 6.700 €, im Osten auf 6.150 € monatliche Gehaltshöhe festgesetzt. Personen, die noch mehr verdienen, zahlen auf den darüber hinausgehenden Anteile keine Abgaben.

Aus dem Gesamtbetrag, der durch die Einzahlung aller einzahlungspflichtigen Arbeitnehmer zusammenkommt, berechnet sich die gesetzliche Rente für alle Personen, denen ein Rentenanspruch aufgrund des Gesetzes zusteht. Die Rentenberechnung ist dabei höchst komplex, aber dennoch nachvollziehbar. Sie hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • Verhältnis des eigenen Verdienstes zum Durchschnittsverdienst aller Versicherten (sog. Entgeltpunkte)
  • Zuschläge oder Abschläge (je nachdem, ob eine Person früher in Rente geht oder auf die Rente eine Zeit lang verzichtet)
  • Rentenart (unterschiedliche Berücksichtigung u. a. von Erwerbsminderungs-, Waisen-, oder Witwenrente)

Die Formel zur Berechnung der Rente einzeln darzustellen, sprengt den Rahmen dieses Artikels. Der Einfachheit halber ist Interessierten zu raten, einen Online-Rentenversicherung-Rechner, z. B. auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung zu benutzen. Zu beachten ist aber, dass das Ergebnis immer nur den Betrag anhand der aktuellen Situation in Deutschland berechnet. Es ist nur als Richtwert zu verstehen. Möglich ist nämlich, dass sich die Gesetze bis zum eigenen Renteneintrittsalter mehrfach ändern. Je kontinuierlicher und eine Person in die Rentenkasse einzahlt, desto mehr Punkte sammelt sie und desto mehr Rente darf sie auch erwarten. Manche Zustände der Erwerbslosigkeit unterbrechen den Anrechnungszeitraum jedoch nicht. So berechnet die Rentenversicherung bei Kindererziehung die Erziehungszeit so, als wären Beiträge eingezahlt worden.

Rente ab wann?

Das Gesetz bestimmt auch, wann jemand gesetzlich in Rente gehen darf. Von derzeit 65 Jahren hebt sich das Renteneintrittsalter bis 2029 schrittweise bis auf 67 Jahre an. Wer also ab dem Jahre 2030 in Altersrente gehen möchte, arbeitet noch bis zu seinem 67. Lebensjahr. Will ein Arbeitnehmer vorzeitig aufhören, also beispielsweise schon eine Rente mit 60 beziehen, ist das heutzutage ohne eigene Privatvorsorge kaum noch denkbar. Nur Personen, die vor 1952 geboren sind oder Schwerbehinderte haben heute noch die Chance auf eine derart frühe Rente. Unter Umständen sind auch dann erhebliche Abschläge in Kauf zu nehmen.

Den gezahlten Rentenversicherungsbeitrag bekommt ein Rentner auch unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten nicht voll ausbezahlt. Die bezogenen Einkünfte sind steuerpflichtig. Bis Ende des Jahres 2004 waren Rentner nur zu einem gewissen Anteil zur Steuerzahlung verpflichtet. Der sogenannte Ertragsanteil der Rente bezeichnete dabei den Teil der Rentenzahlung, auf den die Empfänger Einkommenssteuer zu zahlen haben. Durch ein Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes gilt aber seit 2005 das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Nach diesem steigen die steuerpflichtigen Anteile der Renten bis 2040 auf 100 %. Jeder der ab 2040 also gesetzliche Rentenzahlungen empfängt, hat den vollen monatlichen Auszahlungsbetrag zu versteuern (bis auf einen automatisch vorgenommenen Pauschalabzug der Werbungskosten).


Was ist im Umgang mit der gesetzlichen Rentenversicherung zu beachten?

rentenversicherung privatDie eigene Rente zu beantragen ist unter Umständen ein ordentliches Stückchen bürokratischer Aufwand. Zwar stellt die Rentenversicherung Formulare für sämtliche Angelegenheit bereit. Diese wimmeln jedoch nur so von Behördendeutsch und teilweise von unverständlichen Angaben. Folgendes ist für alle Fälle zu beachten, in der eine Person von der Rentenversicherung Auskunft wünscht:

  • Vorliegen der aktuellen Anschrift

Ohne eine aktuelle Anschrift ist eine adäquate Auskunftserteilung unmöglich für die gesetzliche Rentenversicherung. Die Adresse zu ändern zieht deshalb auch oft Probleme der Behörden nach sich, an benötigte Informationen zu kommen. Aus diesem Grunde ist der Rentenversicherung eine Adressänderung so schnell wie möglich mitzuteilen. Normalerweise melden auch die Arbeitgeber oder Krankenkassen solche Änderungen. Wer jedoch in nächster Zeit Auskunft benötigt oder erwartet und in letzter Zeit umgezogen ist, achtet am besten darauf, dass er der Rentenversicherung die Adresse sicherheitshalber anzeigt.

  • Online-Verfahren nutzen

Solche Adressänderungen, aber auch andere Anzeigemaßnahmen oder Kommunikationen sind auch online auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung durchführbar. Es empfiehlt sich bei jeglicher Antragstellung oder Mitteilung zunächst nach einem Online-Formular zu suchen. Durch die Automatisierung sparen die Versicherten Zeit und Geld. Ein normaler Brief mit Beschreibung des eigenen Begehrens beantworten die Sachbearbeiter gerne einmal mit dem Hinweis, bitte das geeignete Formular zu benutzen.

  • Auf vollständige Nachweise und rechtzeitige Antragstellung achten

So lästig es auch sein mag: Wer einen Antrag unvollständig und nicht mit allen erforderlichen Nachweisen übermittelt, darf sich über erhebliche Bearbeitungsverzögerungen nicht wundern. Ist beispielsweise gegenüber der Rentenversicherung ein Antrag auf Reha (Rehabilitation) geplant, empfiehlt sich die Mitnahme sämtlicher relevanter Unterlagen, zum Beispiel ärztliche Bescheinigungen, psychologische Gutachten usw. Ratsam ist außerdem, für jegliches Auskunftsverlangen ausreichend Zeit einzuplanen. Das gilt vor allem, wenn Antragsteller die Bescheidung zu einem bestimmen Zeitpunkt benötigen. Bearbeitungszeiten von 4-6 Wochen sind keine Seltenheit.

  • Kosten einplanen

Einige Auskünfte erteilt die Rentenversicherung völlig kostenlos. Nach einem förmlichen Antrag, der mit dem Erlass eines Bescheides endet, entstehen jedoch Kosten, die vom Antragsteller zu tragen sind. Wer sich vorher informieren möchte, erkundigt sich am besten online oder telefonisch über die Verwaltungskosten seiner speziellen Antragsart.


Was gilt für Selbstständige und Freiberufler?

rentenversicherung hohe ersparnisEine Rentenversicherung für Selbstständige oder Freiberufler ist auf zwei Wegen erreichbar: Entweder sie entscheiden sich für eine freiwillige Rentenversicherung durch den Staat oder sie sorgen selbst für eine Privatrente. Im ersteren Fall sind sie, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung. Gewisse Selbstständige sind allerdings die Ausnahme von der Ausnahme und sind trotzdem verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzutreten. Das gilt zum Beispiel für Handwerker, Hebammen, selbstständige Lehrer oder Künstler. Ob eine Person sozialversicherungspflichtig ist oder nicht, lässt sich dabei manchmal nicht einfach beantworten. Einige der vorbezeichneten Personen dürfen in bestimmten Fällen bei der Rentenversicherung die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht beantragen. Das gilt zum Beispiel für geschäftsführende Gesellschafter oder mitarbeitende Familienangehörige.

Befreiungsantrag

Wichtig ist: Wer in diesen Grenzfällen unterwegs ist, stellt am besten einen Befreiungsantrag oder nimmt die Rentenversicherung-Beratung in Anspruch. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist in den Fällen ein Statusfeststellungsverfahren durch die DRV durchzuführen, um die Frage nach der Sozialversicherungspflicht zu klären. Entscheidet sich ein nicht Rentenversicherungspflichtiger für die private Rentenversicherung, stehen vielerlei Möglichkeiten offen. Welche dies sind, erläutert dieser Artikel im weiteren Verlauf.


Was gilt bei Berufsunfähigkeitsrente?

Die sogenannte EU-Rente hat nichts mit der Europäischen Union zu tun, sondern bezeichnet die Erwerbsunfähigkeitsrente. Mittlerweile nennt sie sich Erwerbsminderungsrente. Sie finanziert sich ebenfalls aus dem großen Topf der Deutschen Rentenversicherung. Einen Anspruch hat nur, wer in den letzten fünf Jahren mindestens 36 Monate lang die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt vom eigenen Einzahlungszeitraum, sowie dem Grad der persönlichen Erwerbsminderung ab. Sie reicht allerdings kaum aus, um den Lebensunterhalt davon zu bestreiten. Es empfiehlt deshalb der Abschluss einer zusätzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Verschiedene Möglichkeiten der (zusätzlichen) privaten Altersvorsorge

Es ist kein Geheimnis, dass die Einkünfte aus einer gesetzlichen Rentenversicherung allein wohl in kommenden Jahren nicht mehr zur Finanzierung des eigenen Ruhestandes ausreichen. Aus diesem Grunde sorgen sich immer mehr junge und ältere Erwachsene um ihre Altersvorsorge. Es existieren derzeit allerhand verschiedene Möglichkeiten, um zusätzlich den eigenen Lebensabend zu besparen. Je nach Gehalt- und Personengruppe, aber auch nach eigenem Sparverhalten, eignen sich unterschiedliche Vorsorgetypen. Es macht dabei keinen Unterschied, ob gesetzlich Versicherte diese als Zusatzversicherung abschließen oder, ob selbstständig sie als alleinige Vorsorge wählen. Sie Voraussetzung sind die gleichen. Nachfolgend sind die am meisten gewählten Arten der privaten Altersvorsorge im Wesentlichen erläutert:

  • Klassische private Rentenversicherung

Eine klassische Rentenversicherung privat abzuschließen, bedeutet an sich nur, mit einem Versicherungsunternehmen einen Sparvertrag zu besiegeln. Das Grundkonzept besteht darin, dass der Versicherte monatlich oder jährlich einen gewissen „Betrag X“ einzahlt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Versicherer zur Zahlung einer lebenslangen Rente ab Renteneintrittsalter. Die Versicherungen stehen aktuell (Stand: 2019) in der Kritik, zu teuer zu sein und den Kunden zu wenig Rente in Aussicht zu stellen. Tatsächlich kürzen viele Versicherer die in Aussicht gestellte Rente und begründen dies mit der aktuellen Niedrigzinsphase. Die Produkte lohnen sich für die Versicherungsunternehmen zunehmend weniger. Kunden zahlen derzeit oft hohe Beiträge, um dann Stück für Stück weitere Rentenkürzungen in Kauf zu nehmen. Über den Beitrag sind anfangs auch die Kosten des Vertragsabschlusses sowie laufende Verwaltungsgebühren des Versicherers zu bezahlen. Bevor also der Versicherte tatsächlich Kapital anspart, vergeht einige Zeit. Viele sehen deshalb von der klassischen privaten Rentenversicherung ab.

  • Fondsgebundene Rentenversicherung

Diese bieten Chancen auf höhere Renditen, da der Versicherer das angesparte Kapital ganz oder teilweise in Fonds investiert. Der Versicherer wählt ein Paket an Fonds für den Anleger aus, über das in verschiedenste Anlageformen Geld fließt. Diese sind beispielsweise Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder staatliche Wertpapiere. Erwirtschaften diese Erträge, darf sich der Anleger auf einen höheren Kapitalertrag freuen, als er angespart hat. Allerdings ist Kapitalmarktgeschäften stets auch ein Verlustrisiko immanent. Fonds profitieren jedoch in der Regel von einer breiten Streuung der Investitionen, sodass Risiken sich minimieren. Erwirtschaftet ein Fond oder gar nur ein bestimmtes Asset innerhalb des Fonds Verluste, gleichen die Gewinne eines anderen Assets wieder aus. Dennoch besteht auch die Möglichkeit, dass die gesamten Fonds in der Versicherung in Anbetracht einer wirtschaftlichen Schieflage an Wert verlieren. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, richtet sich nach der Auswahl der Fonds.

  • Riester-Rente

Sie bezeichnet eine nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester benannte private Vorsorgeform, die der Staat durch Zulagen und die Möglichkeit des Sonderausgabenabzugs finanziell unterstützt. Ziel der Einführung in 2002 war es, nach der damaligen Rentenreform vorrangig sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern bei der privaten Rentenaufstockung unter die Arme zu greifen. Das Grundprinzip: Riester-berechtigte Personen schließen z. B. mit einer Bank oder einem Versicherungsunternehmen einen Vertrag über ein riester-zertifiziertes Sparprodukt. Die Riester-Privatrente funktioniert folgendermaßen: Eine Person schließt mit Unternehmen einen Vertrag über ein riester-zertifiziertes Sparprodukt ab. In diesem verpflichtet sie sich zur Zahlung eines monatlichen Betrages. Der Vertragspartner beantragt (nach Vollmachtserteilung) für den Sparer die staatlichen Riester-Zulagen, die jährlich auf dem Vertragskonto landen. Dabei sind mehrere Formen es Riester-Sparens denkbar. Am kostengünstigsten ist wohl der Riester-Banksparplan. Es gibt aber auch Riester-Fondsparpläne, Riester-Bausparen, und die klassische Riester-Rentenversicherung.

Berechtigt zum Abschluss eines Riester-Vertrages ist nur ein beschränkter Personenkreis. In diesen fallen:
  • sozialversicherungspflichtig Angestellte, also solche die auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen
  • Selbstständige, welche die Pflicht zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung haben (z. B. Handwerker, die in die Handwerksrolle eingetragen sind)
  • sofern der Minimalbetrag (60 Euro) erreicht ist: ALG-I- oder II- Empfänger, Erwerbsunfähige
  • Ehepartner eines Förderberechtigten („mitriestern“).
  • Beamte

Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, haben dagegen keine Möglichkeit zum Abschluss eines Riestervertrages. Die jährlichen Zulagen setzen sich wie folgt zusammen:

  • Riester – Förderung (Grundzulage) in Höhe von 175 Euro pro Person,
  • einmalige Sparzuschuss für jeden Berufseinsteiger unter 25 Jahren in Höhe von 200 Euro,
  • für jedes vor 2008 geborene Kind 185 Euro,
  • für jedes nach 2008 geborene Kind 300 Euro.

Die vollen Zulagen erhält der Kunde allerdings nur, wenn er selbst 4 % seines Bruttojahreseinkommens zusammenspart. Der eingezahlte Eigenanteil beträgt also das 0,4-fache des eigenen Jahresbruttos. Erreicht der Sparer das nicht, kürzt sich der Zulagenanteil entsprechend. Fällt der Jahressparbetrag unter 60 Euro, bekommt der Versicherte gar keine staatlichen Zulagen.

Interessenten, die ihr Riester-Potenzial herausfinden möchten, finden das ganz einfach mit der Eingabe einiger Daten in einen Riester-Rente-Rechner aus dem Internet. Folgende Berechnung dient nur der Veranschaulichung:

Frau M. ist 35 Jahre alt, teilzeitbeschäftigt und verdient 20.000 Euro brutto im Jahr. Sie hat zwei Kinder: Max (geboren am. 03.01.2007) und Marianne (geboren am 13.02.2009). Da sie für ihre private Altersvorsorge etwas tun möchte, entscheidet sie sich für einen Riestervertrag und zahlt in diesen 20 Euro pro Monat ein. Jährlich kommt sie dadurch auf 240 Euro Eigenanteil. Damit erreicht sie hypothetisch nur 1,2 Prozent ihres Bruttojahresgehalts. Rechnet sie die staatliche Zulage in Höhe von 175 für sie selbst und für ihre beiden Kinder hinzu (185 für Max; 300 für Marianne) hinzu, erreicht sie 900 Euro. Dies sind 4,5 Prozent ihres Bruttos. Das Gesamtsparziel ist erreicht.

Das Sparziel ist allerdings, um auch Vielverdiener zur Einzahlung zu motivieren, auf 2.100 Euro gedeckelt. Eine Abwandlung des obigen Beispiels ergibt deshalb folgende Rechnung:

Angenommen Frau M. ist erfolgreiche Personalberaterin und verdient 70.000 Euro Bruttojahresgehalt. 4 % wären insgesamt 2800 Euro, die Frau M. inklusive der staatlichen Zulagen pro Jahr als Sparziel zu erreichen hätte. Abzüglich des Zuschusses (175 + 185 + 300) beträgt ihr Eigenanteil eigentlich 2140 Euro. Da der Riester- Maximalbeitrag aber bei 2.100 Euro liegt, zahlt sie nur einen Eigenanteil von 1.440 Euro. Da sie die Höhe der staatlichen Förderung kennt, ist sie in der Lage, ihren eigenen Riester-Beitrag zu berechnen.

Sparer dürfen Beiträge steuermindernd bis zu maximal 2.100 Euro geltend zu machen. Übersteigt der Steuervorteil die Zulagensumme, zahlt das Finanzamt die Differenz als Steuererstattung aus. Mit einem Online Riester-Rechner erfahren Interessenten, wie hoch die Steuererstattung in etwa ausfällt.

Die Riester-Rente-Auszahlung ist Höhe von 30 % des angesparten Kapitals als Einmalauszahlung möglich. Ansonsten gilt das Verrentungsprinzip: Der Sparer erhält ab Renteneintritt eine monatlich gleichbleibende Rente. Das früheste Renteneintrittsalter liegt bei 62 Jahren. In der Regel erfolgt aber der Rentenbeginn, wenn auch das gesetzliche Rentenalter erreicht ist. Die Riester-Rente mit 60 erhalten nur noch Personen, die ihren Vertrag vor dem 01.01.2012 abgeschlossen haben.

  • Rürup-Rente

Seit 2005 existiert die nach dem Ökonomen Bernd Rürup benannte „Basisrente“. Der Begriff Rürup-Rente ist zwar umgangssprachlich, hat sich aber gegenüber ihrer eigentlichen Bezeichnung durchgesetzt. Selbstständigen und Freiberuflern, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sollte die Rürup-Rente eine staatlich geförderte finanzielle Altersvorsorge ermöglichen. Die Förderung erfolgt indirekt durch steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Es gilt daher: Je größer die Einkommensteuerbelastung des Versicherten ist, desto mehr lohnt sich die Rürup- Rente. Sie eignet sich deshalb auch für sehr gut verdienende Angestellte, weniger hingegen für Geringverdiener.

Wie auch die Riester-Rente funktioniert sie über einen privaten Vertragsschluss mit einer Bank oder einem Versicherer. Auf deren Konto zahlt der Versicherte Kapital ein. Der Versicherer bzw. die Bank verzinst dieses. Frühestens ab dem 62. Lebensjahr zahlt er im Gegenzug eine monatliche Rente. Versicherer „garantieren“ den Kunden eine monatliche Rente. Bei diesen Garantien ist jedoch Vorsicht geboten. Bei wirtschaftlichen Problemen des Anbieters darf, die BaFin eingreifen und, den Versicherer zwingen, eine Rentenkürzung vorzunehmen.

  • Betriebliche Altersvorsorge

In vielen Tarifverträgen, privaten Arbeitsverträgen und Betriebsvereinbarungen ist die betriebliche Altersvorsorge (BAV) bereits verankert. Gestaltungen gibt es viele. Die BAV ist nicht nur von den Vorstellungen des Arbeitnehmers, sondern auch vom Willen des Chefs abhängig. Er entscheidet in der Regel, welchen Anbieter er auswählt. Je größer der Anteil des Arbeitgebers ist, den er z. B. in einen Versicherungsvertrag für den Arbeitnehmer einzahlt, desto mehr lohnt sich die BAV: Experten empfehlen deshalb, dass ein Arbeitgeberanteil in Höhe von 25 Prozent empfehlenswert ist.

  • Kapitallebensversicherung

Viele entscheiden sich auch für den Abschluss einer Lebensversicherung. Diese lassen sich grundsätzlich in zwei verschiedene Arten unterteilen: Risiko- und Kapitallebensversicherungen. Eine Risikolebensversicherung ist zur privaten Altersvorsorge eher nicht geeignet, da sie lediglich auf den Todesfall des Versicherungsnehmers zahlt (Leistung an die Hinterbliebenen). Das Mittel der Wahl ist deshalb die Kapitallebensversicherung. Der Vorteil gegenüber den Rentenversicherungen sind die flexiblen Auszahlungsmöglichkeiten. So ist es möglich, sich die gesamte Summe als Einmalbetrag auszahlen zulassen, und zwar zu einem Zeitpunkt, den der Versicherte selbst entscheidet. Allerdings leidet die Kapitallebensversicherung derzeit – wie jedes Geldsparprodukt- an niedrigen Zinsen. Wer sich für eine Kapitallebensversicherung entscheidet, entscheidet sich deshalb nach Möglichkeit um möglichst lange Vertragslaufzeiten (mind. 5 Jahre). Bis dahin geht ein nicht unerheblicher Teil des Sparbeitrages zur Finanzierung der Verwaltungs- und Vermittlungsgebühren an den Versicherer.

Auswahl der Vorsorge – worauf achten?

Welches Produkt das geeignete ist, hat jeder potenzielle Sparer selbst zu entscheiden. In jedem Fall ist aber ein Vergleich der Anbieter empfehlenswert. Das gilt für sämtliche Formen der privaten Altersvorsorge. In Anbetracht der derzeit niedrigen Zinsen ist ein Produkt ohne staatliche Unterstützung oder Renditechancen durch Kapitalmarktgeschäfte kaum noch ratsam. Bei Riester- und Rürup-Renten gibt es vorteilhafte staatliche Unterstützungen. Dennoch sind diese gesetzlich reguliert, insbesondere gilt die Verrentungspflicht. Kunden tragen dann das Risiko des „Früher-Versterbens“. Überspitzt gesagt hat jemand, der mit 67 in Rente geht und mit 71 verstirbt nicht wirklich etwas von seinem eingezahlten Kapital. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen ist darauf zu achten, dass die Anlage dem eigenen Risikoprofil entspricht. Es gibt riskante und weniger riskante Fonds, die auf dem Markt für Rentenversicherungen erhältlich sind.


Welche Verträge sind kündbar?

rentenversicherung frühzeitig informierenGrundsätzlich dürfen Anleger alle privat geschlossenen Verträge kündigen. Wie dies erfolgen kann, hängt in erster Linie von den individuellen Vertragsbedingungen ab. Da die meisten Verträge auf unbestimmte Laufzeit geschlossen sind, ist eine Kündigung jederzeit möglich. Wichtig ist nur die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist (meist drei Monate) Formen der Rentenversicherung zu kündigen, will allerdings gut überlegt sein. Verwaltungs- und Abschlusskosten sind trotz Kündigung immer zu bezahlen. Sind diese noch nicht durch die Beiträge erwirtschaftet, bleiben Kunden darauf sitzen.

Der Betrag, den sie zurückgezahlt bekommen liegt teilweise unter der Gesamtsumme des eingezahlten Kapitals. Unter Umständen sind Anleger bei der Rürup und Riester-Rente verpflichtet, Zulagen bzw. Steuervorteile zurück zu gewähren. Haben Versicherte lediglich einen finanziellen Engpass zu überwinden, bietet es sich an, den Versicherungsvertrag beitragsfrei zu stellen. In dem Falle ruhen die gegenseitigen Vertragspflichten.


Fazit: Die Rente von morgen ist selbst gemacht!

rentenversicherung vergleichen kostenlosDie zukünftige Generation hat es nicht leicht beim Thema Altersvorsorge. Die gesetzliche Rentenversicherung allein schafft es jetzt schon nicht, allen Rentnern durch Umlagefinanzierung den Lebensunterhalt zu zahlen. Das Problem verschlimmert sich höchstwahrscheinlich in den folgenden Jahren. Es ist deshalb mehr denn je an der Zeit, seine private Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen.

Doch bei der Auswahl des geeigneten Vorsorgeproduktes ist auch immer Vorsicht geboten. Am Markt liefern sich zahlreiche Versicherungsunternehmen einen erbitterten Konkurrenzkampf. Damit am Ende nicht nur das Unternehmen am eigenen Versicherungsvertrag verdient, empfiehlt sich ein umfassender Vergleich des gewünschten Rentenversicherungstyps. Ein Private-Rentenversicherung-Rechner gibt näherungsweise Aufschluss über die zu erwartende Rentenzahlung. Dennoch sind diese Ergebnisse stets mit Vorsicht zu genießen. Die Wirtschaftssituation, die Gesetzgebung oder die Vertragsbedingungen des Unternehmens (Absenkung des Rentenfaktors) ändern sich manchmal schnell. Die Verluste haben dann die Anleger zu verschmerzen.

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