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Verhandlungen über Waggonbau-Pläne beginnen

Am Mittwoch starten Gespräche mit der Bombardier-Spitze. Für Görlitz geht es ums Ganze.

© nikolaischmidt.de

Von Sebastian Beutler

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Die Stimmung unter den 1 950 Görlitzer Waggonbauern stand gestern noch ganz im Zeichen der großen Demonstration vom Wochenende. Mehr Menschen als gedacht waren dem Aufruf der IG Metall gefolgt. Es ist gut gelaufen, hieß es am Montag im Betriebsrat des Görlitzer Werkes.

Diesen Schwung wollen die Waggonbauer nun für die nicht einfachen Gespräche mit der Bombardier-Führung aus Berlin nutzen. Obwohl der Termin schon länger feststand, hätte das Drehbuch nicht besser geschrieben werden können. Ausgerechnet am heutigen Dienstag tagt der Gesamtbetriebsrat von Bombardier Deutschland in Görlitz, am Tag darauf beginnen ebenfalls in Görlitz die Gespräche zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu den geplanten Umstrukturierungen, der sogenannte Dialogprozess.

Dazu wird auch Bombardier-Chef Michael Fohrer erwartet. Ob es zu einer Betriebsbesichtigung kommen wird, ob Fohrer das Gespräch mit der Görlitzer Belegschaft, darunter noch 530 Leiharbeiter, suchen wird, ist genauso ungewiss wie bereits konkrete Ergebnisse der Gespräche. Wahrscheinlich eher nicht.

Die Belegschaftsvertreter hoffen erste werkbezogene Zahlen am 30. März von der Aufsichtsratssitzung in Berlin zu erhalten. Nur wenn sie dort belastbare Details haben, zum Beispiel zu geplanten Entlassungen oder dergleichen mehr, könnten sie handeln, sprich einen Streik vorbereiten. Um genügend Druck aufzubauen, werden Waggonbauer vor der Bombardier-Zentrale an dem Tag demonstrieren.

Ein Arbeitskampf freilich ist zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt im Interesse des Unternehmens, zumal gerade die erste Lieferung für den prestigeträchtigen Auftrag für die Schweizerischen Bundesbahnen fertiggestellt werden soll. Deswegen hatte Fohrer in der FAZ auch nähere Informationen erst Mitte des Jahres angekündigt, wenn auch eine Beratungsfirma die Pläne von Bombardier geprüft hat.

Die sehen bislang vor, dass sich das Görlitzer Werk auf den Rohbau von Aluminium-Kästen für Wagen konzentriert. Doch was bedeutet das für Görlitz? Auch wenn die SBB-Wagen aus Aluminium gebaut werden, für die meisten Aufträge wird Stahlblech verwendet. Schlimmste Befürchtungen gehen mittlerweile davon aus, dass bei der Verwirklichung der Pläne nur noch 250 Arbeitsplätze in Görlitz verbleiben. Eine Vision, die verständlicherweise an der Neiße niemanden ruhen lässt.