merken

Verkehr auf Sachsens Autobahnen nimmt massiv zu

Für 2030 prognostiziert das Verkehrsministerium bis zu 10.000 Fahrzeuge mehr pro Tag. Besonders auf einer Trasse wird es eng.

Besonders stark befahren ist die A4 zwischen Chemnitz und Dresden.
Besonders stark befahren ist die A4 zwischen Chemnitz und Dresden. © Jan Woitas /dpa

Nach Zahlen einer Verkehrszählung zwischen Januar und Dezember 2017 steigt das Verkehrsaufkommen auf allen sechs Autobahnen im Freistaat. Am stärksten betroffen ist die Autobahn 4. Zwischen dem Autobahnkreuz Chemnitz und dem Dreieck Dresden-Nord sind von Montag bis Freitag im Durchschnitt täglich mehr als 80.700 Fahrzeuge unterwegs – so viele wie auf keiner anderen Strecke in Sachsen. 

Zwischen Dresden und der polnischen Grenze sind es fast 43.400 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden. Das ist mit 9,3 Prozent der stärkste Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Ein Drittel davon sind Schwerlaster.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Sachsen hat deswegen seine Landesverkehrsprognose aktualisiert. Die bildet die Grundlage für die sächsische Straßenbauverwaltung und konkrete Bauvorhaben. Zuletzt wurde 2012 eine Prognose für den Verkehr im Jahr 2025 erstellt. Diese habe die Entwicklungen insbesondere im Transitverkehr unterschätzt, heißt es in einer Antwort von Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Andrea Kersten (fraktionslos).

Das Verkehrsministerium geht davon aus, dass das Verkehrsaufkommen auf den Bundesautobahnen und wichtiger Zubringer weiter steigt. Gerade die Zunahme des Lkw-Verkehrs auf den Autobahnen habe mit den Prognosen früherer Jahre nichts zu tun, sagte Verkehrsminister Dulig.

Für 2030 prognostiziert sein Ministerium für den Abschnitt zwischen Autobahndreieck Nossen und Dresden-West 90.000 Fahrzeuge täglich. Bisherige Prognosen rechneten noch mit 81.0000 Fahrzeugen im Tagesdurchschnitt. Für die A4 zwischen Dresden und der polnischen Grenze werden zwischen 30.000 und 63.000 Fahrzeuge erwartet, bis zu 13.300 von ihnen sind Lkw. Das sind etwa 10 000 Fahrzeuge mehr als 2012 angenommen. Auch auf der A 13 und der A 14 könnte der Verkehr in gleichem Maße massiv zunehmen.

Die Prognose ist auch Grundlage für den geplanten sechsspurigen Ausbau der A 4. Im September beantragte Sachsen den Ausbau der Strecke von Dresden nach Pulsnitz beim Bundesverkehrsministerium in Berlin. Schon heute sind dort an einigen Tagen deutlich mehr als 60.000 Fahrzeuge unterwegs. 

Dulig kündigte auch an, den Abschnitt zwischen Pulsnitz und Bautzen ausbauen zu wollen. Der Antrag werde derzeit im Ministerium erarbeitet, sagte der Minister kürzlich auf einem Vor-Ort-Termin. Zwar nimmt der Verkehr in Richtung Osten ab, die Zahl der Laster steigt aber. „Der Bund sollte den überproportionalen Anstieg des Schwerverkehrs stärker berücksichtigen“, so Dulig.