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Verkehrsinsel kommt weg

Seit Langem gilt die Kreuzung Grenzstraße, Ecke Kötitzer Straße als tückisch. Nach einem SZ-Bericht macht Coswigs OB nun eine überraschende Ansage.

© Arvid Müller/Archiv

Von Ulrike Keller

Coswig. Das Thema kommt unvermittelt. Als im öffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschusses alle Tagesordnungspunkte abgehakt sind und die Ausschussmitglieder eigene Anliegen ansprechen können, hält eine Dame der Runde einen SZ-Artikel hoch. Sie meint: „Nicht, dass ich ihn geschrieben hätte, aber wie wollen wir mit der Verkehrsinsel verfahren?“ Es geht um die Kreuzung Grenzstraße, Ecke Kötitzer Straße. Und die dortige Verkehrsinsel. In den 90er-Jahren als eine der ersten ihrer Art in Coswig angelegt, wurde sie mangels bauplanerischer Erfahrung zu weit vorn konzipiert. Wie die SZ vor zwei Wochen berichtete, sorgt dies seit Langem in mehrfacher Hinsicht für Irritationen und Behinderungen. Viele Anwohner und Autofahrer würden eine Umgestaltung begrüßen. Eine Lösung befürworten, die mehr Klarheit und Platz schafft.

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Das Ausschussmitglied erkundigt sich vor allem vor dem Hintergrund, dass ab Sommer in Radebeul-Zitzschewig wegen Bauarbeiten die Hauptachse gesperrt werden soll. Weil voraussichtlich viele über die Grenzstraße ausweichen werden, sei an dieser Kreuzung erheblich mehr Betrieb absehbar, argumentiert die Frau.

Große Straßenleuchten werden entfernt

Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) hat sich bisher zu diesem Thema weitgehend zurückgehalten. Nun erzählt er überraschend, dass er bereits mit den Technischen Werken zu dem Ergebnis gelangt sei, die große Straßenleuchte auf der Insel zu entfernen. Sie müsse aufgrund ihres Zustands ohnehin ausgetauscht werden. Nach SZ-Informationen werden mittlerweile energiesparendere und – auch wegen der leichteren Handhabung bei Wartung und Reinigung – kleinere Exemplare eingesetzt.

Dann wird der Rathauschef noch deutlicher. Er bezeichnet den Abbau der Lampe als erste Maßnahme, damit auch die Verkehrsinsel weg könne. Wie wenig man damit gerechnet hat, lässt sich an vielen verdutzten Gesichtern ablesen. Freudig verdutzten. Gegenüber der SZ hatte sich der OB Anfang Januar noch vage geäußert: Die geplante Wohnbebauung im angrenzenden Gebiet des früheren Planeta-Werks IV führe zu Arbeiten auf Straßen und Gehwegen und zu möglichen Änderungen im ganzen Bereich, so Frank Neupold. Die Erstellung eines Bebauungsplans, inklusive der Erschließungsplanung, umfasse dann auch eine langfristige Lösung für die Verkehrssituation im komplexen Kreuzungsbereich. Allerdings hatte er sich offen gelassen: „Sollte es sich in der Zwischenzeit als unumgänglich erweisen, sind provisorische Maßnahmen an der Kreuzung denkbar.“

Dasselbe Ausschussmitglied, das auf das Thema gelenkt hat, spricht mit Blick auf die Gestaltung noch die Fußwege an. Diese seien zu breit. „Vielleicht könnte man da etwas wegnehmen?“ Diese Anregung bleibt im Ausschuss unkommentiert.