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Verkehrspolitik bis zur Nasenspitze

DA-Redakteur Jens Hoyer über die Unbeweglichkeit der Verkehrsverbünde.

© André Braun

In der Landespolitik ist es glücklicherweise angekommen, dass man den ländlichen Raum stärken muss, dass es auch die Niederungen zwischen den „Leuchtürmen“ Dresden, Leipzig und Chemnitz gibt, die nicht austrocknen dürfen. Döbelns zentrale Lage ist ja lange als Vorteil herausgestellt worden, aber ist das wirklich so? Die Stadt war schon immer Zonenrandgebiet und ist es bis heute geblieben. Zumindest beim Personenverkehr. Hier der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Dort der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Und mittendrin Döbeln, das darunter leidet, dass jeder nur bis zu seiner Nasenspitze denkt. Die Infrastruktur ist für Döbeln überlebenswichtig.

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Ein Beispiel ist die Eisenbahnverbindung von Döbeln nach Dresden. Der VVO und der VMS haben die Gelder gestrichen, der Personenverkehr ist eingestellt. Nach dem Motto: Wir dünnen die Verbindung erst mal aus und schauen dann, wie viele noch mitfahren. Und mit den gleichen fadenscheinigen Argumenten wehrt man sich heute dagegen, die Verbindung wieder herzustellen. Dabei muss man nur mal den täglichen Wahnsinn auf der Autobahn in Richtung Dresden mitmachen, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die Bahn durchaus eine Chance hätte. Allerdings anders aufgezogen. Mit kurzen Takt- und Fahrzeiten. Und das für einige Jahre. Für die Verkehrsverbünde gibt es zwar mehr Geld vom Freistaat, aber in Döbeln kommt davon nichts an. Dort setzt der VMS noch nicht einmal das um, was er sich selbst vorgenommen und propagiert hat – die Bahn bis Döbeln Zentrum fahren zu lassen. Das ist schwach und zeugt vom Desinteresse, eine Lösung herbeizuführen.

E-Mail an Jens Hoyer