merken

Schilder sind nur noch zu erraten

Wer sich im Wohngebiet Meline nicht auskennt, kann schnell zum Verkehrssünder werden. Das birgt auch Gefahren.

© André Braun

Von Heike Heisig

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Damit es nicht zu spät ist

Damit Ihnen auch in Gefahrensituationen das Bremsen gelingt. Auf Volkswagen Original Bremsen können Sie sich verlassen.

Leisnig. Einige Anwohner des Gebietes „An der Meline“ sind unzufrieden. Das betrifft nicht nur den Zustand ihrer Straßen, sondern auch die Ausschilderung der Verkehrsregelung. Teilweise im Einbahnstraßenverkehr werden die Fahrzeuge durch das Gebiet geleitet. Doch wer das nicht weiß, kann ganz schnell zum Verkehrssünder werden. Denn: Mehrere Verkehrsschilder wie beispielsweise das runde, rot-weiße „Einfahrt verboten“ sind als solche gar nicht mehr auszumachen. Die Schilder sind derart verblichen, dass aus dem Rot ein blasses Hellorange geworden ist, das sich kaum noch vom Dreckigweiß im Inneren des Schildes unterscheidet. Wer dann noch als Ortsunkundiger im Dunkeln unterwegs ist, der hat nahezu keine Chance, sich an die Verkehrsregeln zu halten.

Darauf hat Stadtrat René Quandt (CDU) schon mehrfach aufmerksam gemacht, unter anderem in den Sitzungen des Technischen Ausschusses. Er hält auch die Art und Weise der Einbahnstraßen-Ausschilderung für ungünstig, weil sie teilsweise nur aus den Augenwinkeln zu erkennen ist. Vielmehr rät er dazu, ein blaues Schild mit weißem Pfeil zu verwenden, das das Abbiegen verbietet. Doch andere Anwohner des Gebietes wären froh, überhaupt wieder auf ordentliche Verkehrsschilder verweisen zu können. Denn der jetzige Zustand birgt auch Gefahren, auf die einer der Meline-Anwohner aufmerksam macht. Wird die Einbahnstraßenregelung ignoriert oder nicht als solche erkannt, begegnen sich Fahrzeuge logischerweise. Das wiederum kann fatale Folgen haben: Schlimmstenfalls müssten Fußgänger in die Büsche rechts oder links der Fahrbahn springen, um nicht unter die Räder zu geraten. Denn an mindestens zwei Abschnitten sind sie gezwungen, selbst mit Kinderwagen und Rollator auf die Straße auszuweichen, weil Fußwege mit den Abrissen von Wohnblöcken verschwunden sind. Zum anderen könnten sich aber auch Kraftfahrer ärgern, wenn ihnen ein anderes Fahrzeug auf der Einbahnstraße entgegenkommt und sie auf den Hochbord ausweichen müssen.

Uwe Dietrich vom Ordnungsamt weiß von den Ausschilderungsproblemen – nicht nur, weil er sozusagen Nachbar des Wohngebietes Meline ist. „Die Verwaltung ist gerade dabei, alle die Schilder aufzulisten, die ausgetauscht werden müssen“, sagt er. Dabei kommen nach seinen Schätzungen in Leisnig und den Ortsteilen mehrere Hundert zusammen. Der kontinuierliche Tausch sei in den vergangenen Jahren immer zurückgestellt, das Geld an anderen Stellen ausgegeben worden. „Ließen wir alle Schilder mit einem Mal ersetzen, käme dafür schnell eine mittlere fünfstellige Summe zusammen“, veranschaulicht der Mann vom Ordnungsamt. Das sei finanziell nicht drin. Im Entwurf für den Nachtragshaushalt seien zunächst 10 000 Euro für den Schildertausch eingeplant. Das reiche bei Weitem nicht, wohl aber dafür, einen Anfang zu machen. Ob dann auch die verblichenen Schilder An der Meline mit an der Reihe sind, das kann Uwe Dietrich nicht sagen.