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Verlässt die Bundespolizei Hirschfelde?

Das Gerücht über die Schließung der Dienststelle sorgt für Unruhe. Die Bundespolizeidirektion Pirna beschwichtigt.

© Matthias Weber

Von Mario Heinke

Hirschfelde. Viel ist nicht mehr los im Objekt der Bundespolizei am Waldweg in Hirschfelde. Das behauptet jedenfalls Hirschfeldes Ortsbürgermeister Bernd Müller (FUW). „Die Grenzschützer zeigen kaum noch Präsenz, das ärgert mich“, sagt er. Nun macht ein Gerücht die Runde, dass Müllers Beobachtung scheinbar bestätigt und für einige Unruhe sorgt. Die unmittelbar an der polnischen Grenze liegende Dienststelle der Bundespolizei in Rosenthal/Hirschfelde soll demnächst geschlossen werden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

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Die SZ fragte deshalb in der Bundespolizeidirektion Pirna nach: „Ist an den Gerüchten etwas dran?“ Zunächst kommt tagelang keine Antwort aus der für Hirschfelde zuständigen Bundespolizeidirektion. Auf wiederholte Nachfrage schreibt die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit: „Die Bundespolizei ist und bleibt im Bereich Zittau ein starker Partner. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung hat für die Bundespolizei oberste Priorität.“

Das klingt schön. Genau genommen wird das Gerücht aber weder bestätigt noch dementiert. „Im Bereich Zittau“ kann je nach Auslegung viel bedeuten. Wie „ein starker Partner“ konkret aussieht, kann sich jeder selbst ausdenken. Es bleibt zu hoffen, dass eine gleichbleibende Personalstärke gemeint ist. Auf telefonische Nachfrage versichert Janine Lumtscher von der Bundespolizei, dass es wohl Überlegungen gebe, in ein anderes Gebäude unweit des jetzigen Standorts umzuziehen. Genaueres könne sie derzeit aber noch nicht sagen. Die Bedeutung des Begriffs „unweit“ definierte die Beamtin auf nochmalige Nachfrage der SZ in einen Umkreis von zehn Kilometern. Im Bereich von zehn Kilometern rund um den aktuellen Standort der Dienststelle liegen Zittau, Ostritz und Hagenwerder. Es darf also spekuliert werden. In der Stadtverwaltung Zittau ist von den Umzugsplänen der Bundespolizei in Rosenthal nichts bekannt, das bestätigte Pressesprecher Kai Grebasch auf Anfrage der SZ. „Ein Abzug der Grenzschützer aus Hirschfelde wäre ein fatales Signal für die Bewohner der Gemeinden entlang der Grenze zu Polen“, erklärt der Hirschfelder Unternehmer und Zittauer Stadtrat Thomas Krusekopf (parteilos) auf Anfrage.

Für das Sicherheitsgefühl der Bewohner des Zittauer Ortsteils macht es einen Unterschied, ob die Bundespolizisten in Rosenthal oder anderswo eine Dienststelle haben. Die anhaltend hohe Kriminalität an der Grenze seit dem Wegfall der Grenzkontrollen sorgt immer noch für Schlagzeilen und anhaltenden Frust. Obwohl die Landespolizei auch insgesamt von einem Rückgang der Straftaten in der Oberlausitz spricht, im grenznahen Raum haben die Anwohner andere Erfahrungen gemacht. Die AfD wurde bei der Bundestagswahl im September vermutlich auch deshalb die stärkste Kraft in Hirschfelde, Dittelsdorf, Schlegel und Wittgendorf. Das wird in Gesprächen mit den Einwohnern der Gemeinden schnell klar.