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Verletzte bei Großdemonstration in Brüssel

Seit Jahren verfolgen viele europäische Staaten einen eisernen Sparkurs. Das treibt Menschen auf die Straße - so wie heute in der belgischen Hauptstadt.

© dpa

Brüssel. Am Rande einer Demonstration mit Zehntausenden Gewerkschaftern in Brüssel sind bei gewalttätigen Auseinandersetzungen 27 Menschen verletzt worden.

Einige der insgesamt 25.550 Teilnehmer hätten Ordnungskräfte angegriffen, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Polizei am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Die mehrstündige Kundgebung im Europaviertel richtete sich gegen die europäische Sparpolitik im Zuge der Wirtschaftskrise. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schrieb in einer Mitteilung von 50.000 Demonstranten.

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Gewalttätig wurden nach Angaben der Polizei vor allem Hafenarbeiter aus Gent und Antwerpen. Einige Demonstranten hätten „alles, was sie finden konnten“ auf die Ordnungskräfte geworfen, etwa Steine oder Teile der Absperrungen, sagte Ilse Van de keere, Sprecherin der Brüsseler Polizei. Auch Orangen und Feuerwerkskörper nutzen die Protestierer laut Augenzeugen als Wurfgeschosse. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Acht verletzte Demonstranten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte Van de keere, weitere 16 Protestierer seien vor Ort von Sanitätern versorgt worden. Sie hätten sich beispielsweise bei Stürzen verletzt. Drei leicht verletzte Polizisten kamen ins Krankenhaus. Sie waren durch Wurfgeschosse an Bein, Körper und Kopf verletzt worden.

Manche Demonstranten seien vermummt gewesen, berichteten Augenzeugen. Polizisten vor Ort hätten von etwa hundert gewalttätigen Protestierern gesprochen. Es gab keine Festnahmen.

Auch aus Deutschland waren Teilnehmer angereist. Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutsche Gewerkschaftsbundes (DGB) erklärte in einer Mitteilung: „Die elementaren Eingriffe in die Tarifautonomie und in Arbeitnehmerrechte, die Lohn- und Sozialkürzungen und die neoliberale Sparpolitik haben die Finanzkrise nicht gelöst, sondern zu einer schwerwiegenden sozialen Krise gemacht.“ Insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Staaten Europas stelle eine Hypothek für die Zukunft dar. (dpa)