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Vermisster Bohrkopf geborgen

Jetzt ist auch geklärt, warum er im Oktober 2015 unterm Bahndamm steckenblieb. Ein Felsen war es nicht.

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© Anne Hübschmann

Großenhain. Die Suche nach dem Bohrkopf ist vorbei. Am Montagmittag hat ihn ein Bagger der Bickhardt-Bau Thüringen GmbH freigelegt. Deren Mitarbeiter fanden das gut 30 Zentimeter dicke Stahlrohr in rund drei Meter Tiefe. Doch die Bergung erwies sich als schwierig und dauerte noch weitere Stunden an.

Als der Bohrkopf per Spaten sachte freigeschaufelt wurde, strömte jede Menge Wasser aus dem Rohr in die Baugrube. „Das hatten wir auch nicht erwartet, dass sich in dem Rohr so viel Wasser angesammelt hat“, sagt Bickhardt-Bauleiter Michel Petersohn. Erst, als die rund zehn Meter lange Baugrube ausgepumpt war, konnten Mitarbeiter der ARS Rohrvortrieb GmbH & Co.KG Marsberg den Bohrkopf abschrauben. „Dazu brauchen die Jungs trockene Füße“, so Petersohn. Gerade bei diesem nasskalten Wetter.

In den nächsten Tagen soll auch das Rohr aus dem Boden geborgen werden. Es ist immerhin rund 24 Meter lang. Im Inneren befinden sich mehrere Gestänge, Kabel und Schläuche, die erhalten werden sollen. Die Bauleute hoffen, dass der Bohrkopf wiederverwendet werden kann.

Vermutlich konnten sie das Rätsel lösen, warum der Bohrkopf im Oktober 2015 unterhalb des Bahndammes steckenblieb. Sehr wahrscheinlich ist, dass sich Kiessteine oder anderes Geröll im Bohrkopf verklemmten, so dass es weder vor noch zurückging. Ein unterirdischer Felsen, der angeblich damals die Bohrung zum Stehen brachte, konnte nicht gefunden werden.

Beim 2015 begonnenen städtischen Abwasserbau sollte der Bahndamm an der S 40 mittels Durchörterung grabenlos gequert werden. Die Bohrung stieß am 7. Oktober jedoch auf ein unbekanntes Hindernis. Der Bohrkopf blieb stecken. „Seine Bergung war praktisch ausgeschlossen“, sagt Großenhains Stadtsprecherin Diana Schulze. Die Stadtverwaltung einigte sich später mit den beteiligten Baufirmen finanziell und schloss die Baumaßnahme 2015 vorerst ab. Mit dem Ausbau der Bahnstrecke Dresden-Berlin sicherte die Stadt zu, bei der Bergung des Bohrkopfes behilflich zu sein. Nachdem er draußen ist, soll das ursprünglich geplante Abwasserrohr nunmehr in offener Bauweise verlegt werden, so die Stadtsprecherin. (jö)