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Vernunft in der Wegwerfgesellschaft

Der „Basar rund ums Kind“ hat am Wochenende wieder viele junge Leute in die Arnsdorfer Plattenbauschule gelockt.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Arnsdorf. So voll hat man den alten Schulhof der Arnsdorfer Plattenbauschule selten gesehen. Der 11. Basar rund ums Kind für die Frühlings- und Sommersaison ist in vollem Gange. Wieder zeigt sich, wie wichtig die Arbeit des Vereins „Arnsdorf hilft“ für die vier Ortsteile der Gemeinde ist. Auf Kindersachen und Spielzeug mit Vergangenheit wartet eine neue Zukunft. Als preiswerte gebrauchte Garderobe sind sie gefragt. Denn oft ist Gebrauchtes noch ohne Makel. Weil Material und Verarbeitung so gut sind, dass sie von mehreren Kindern aufgetragen werden können.

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„Wir sind dabei die Plattform auf der Anbieter und Interessenten miteinander ins Geschäft kommen können. Eine kleine Erlösbeteiligung ermöglicht uns Spenden an die Kindertagesstätten unserer Region“, war vom Vereinsvorsitzenden von „Arnsdorf hilft“, Daniel Skupin, zu erfahren. Das 107 Aussteller dabei waren, freut die Organisatoren ganz besonders. Auch wenn das für sie einen enormen logistischen Aufwand mit sich bringt. Die etwa zwanzig Mitglieder des Vereins sind in der vergangenen Woche voll gefordert gewesen. „Dazu kommen noch viele Arnsdorfer, die beim Entgegennehmen der Sachen und beim Aufbau mitgeholfen haben, ohne Mitglied im Verein zu sein. „Weil sie von unserer Idee angetan sind“, betont Daniel Skupin. Nachhaltigkeit ist immer gefragter. Den jungen Leuten geht es dabei nicht nur ums eingesparte Geld. Vernunft in der Wegwerfgesellschaft ist ihnen noch viel wichtiger. Früher wurden Kindersachen traditionell innerhalb der Familien aufgetragen. Cousins und Cousinen profitierten noch davon. Heutzutage sind die Familien immer kleiner geworden.

Babysachen waren am Sonnabend sehr gefragt. Wen wundert’s, Arnsdorf ist ein guter Ort, um Familien zu gründen. Weil das Zwischenmenschliche hier gut funktioniert. Das haben die Vereinsmitglieder von „Arnsdorf hilft“ auch beim kürzlichen Dachstuhlbrand auf der Hufelandstraße gespürt. Mitgefühl und Hilfsbereitschaft für die betroffenen Arnsdorfer Familien waren wieder enorm. Da werde eine besondere Art Wir-Gefühl erlebbar. Drei der sechs plötzlich wohnungslos gewordenen Familien haben sich an „Arnsdorf hilft“ gewandt. Und auch am Rande des Basars in der Plattenbauschule wird darüber gesprochen.

Es herrscht reges Kommen und Gehen. Und mittendrin glückliche Kinder. Sie haben gebrauchte Spielsachen bekommen. Falls notwendig, hat Uwe Schütze mit ein paar kleinen Reparaturen nachgeholfen, um dem Spielzeug seinen alten Glanz zurückzugeben. Einem kleinen Mädchen ist es gelungen, ihre Eltern zum Kauf eines Stoff-Pferdchens zu bewegen. Mit einem Siegerlächeln trägt sie ihr Kuschelpferdchen die Treppen herunter. Und wer die Organisatoren in diesem Moment sieht kann spüren, dass diese Freude ansteckt.

Derzeit wird bereits der Herbst-Winter-Basar vorbereitet. Unter www.arnsdorf-hilft.de ist Näheres zu erfahren.