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Sachsen

So wird der CSD in Sachsen gefeiert

Die Paraden zum Christopher Street Day gibt es in Sachsen in diesem Jahr wegen Corona nicht. Doch geplant ist trotzdem was. Die Ideen der Veranstalter.

© dpa

Von André Jahnke

Leipzig. Corona und die Christopher Street Day-Bewegung passen nicht zusammen. Tausende Menschen demonstrieren auf der Straße für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queere Menschen? Bei den Hygiene- und Abstandsregeln in Sachsen derzeit undenkbar. In Dresden wurde die Parade verschoben, in Pirna ganz abgesagt und in Chemnitz steht der Termin zwar fest, die Details aber noch nicht. Dagegen startet an diesem Freitag in Leipzig die CSD-Aktionswoche mit einem umfangreichen Programm - zumeist aber online.

"Verschieben oder gar absagen kam für uns nicht infrage. Wir werden unter den gegebenen Umständen sichtbar sein", betonte Jasmin Gräwel vom CSD-Team Leipzig. Etwa 30 Veranstaltungen hat das Team auf die Beine gestellt. Es beginnt an diesem Freitag mit dem Hissen der Regenbogenflagge am Neuen Rathaus und einem Empfang. Es folgen Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Ausstellungen und Workshops - alle unter Einhaltung der aktuell gültigen Hygienevorschriften und Abstandsregeln.

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Höhepunkt in Leipzig ist der Abschlusstag am 18. Juli. Zunächst verwandelt sich der Leipziger Markt mit zahlreichen Flaggen und Bannern in eine große weithin sichtbare Pride-Zone. Anschließend steigt eine dreistündige "Live-Stream Show" unter anderem mit Musik, Interviews und Poetry Slam. Auf eine Parade, auch in kleiner Form, haben die Organisatoren bewusst verzichtet. "Der Zulauf wäre nicht steuerbar und die Gesundheit geht nun mal vor", betonte Gräwel.

In Dresden war die am 13. Juni geplante Parade zum CSD abgesagt worden. Stattdessen war an diesem Tag ein Truck zu allen Unterstützern gefahren. Die große Demo mit mehr als einem Dutzend Trucks ist nun für den 5. September geplant. "Wir werden uns Anfang August mit der Stadt zusammensetzen und schauen, ob es klappt", erläuterte Ronald Zenker, Vorstandssprecher vom CSD Dresden. Ein Online-Auftritt komme für ihn nicht infrage. "Sichtbar können wir nur offline sein. Wenn keine große Parade möglich ist, werden wir mit kleinen Gruppen durch drei oder vier Stadtteile ziehen."

Dagegen ist der am 11. Juli geplante CSD in Pirna komplett abgesagt worden. Es werde aber am 5. Juli vor dem Rathaus die Regenbogenfahne als Symbol der Bewegung aufgezogen und eine Woche zu sehen sein, erläuterte der CSD-Vorstand. "Wir werden gemeinsam mit euch weiter kämpfen und freuen uns wenn wir uns alle zum 10. CSD 2021 wieder in Pirna wiedersehen werden." In Chemnitz soll der CSD am 1. August stattfinden. Genauere Infos zum Rahmen gibt es noch nicht.

Sachsens Gleichstellungsministerin Katja Meier bedauerte, dass die Paraden und Demonstrationszüge nicht wie geplant stattfinden könnten. "Denn gleiche Rechte, gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft und Gleichwertigkeit ist noch keine Selbstverständlichkeit - Diskriminierung und Gewalt aber schon", betonte die Grünen-Politikerin. Sie hatte nach der Absage des CSD in Dresden vor ihrem Ministerium die Regenbogenfahne gehisst, um daran zu erinnern, "einander mit Respekt und Toleranz zu begegnen."

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Der Christopher Street Day findet jedes Jahr in vielen Städten in aller Welt statt und erinnert an Ereignisse vom 28. Juni 1969: Polizisten stürmten damals die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten dadurch einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus. Der CSD soll an die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen erinnern. (dpa)

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