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Versicherer zahlt zum zweiten Mal völlig kommentarlos

Der Fall des überfahrenen Reinersdorfers bleibt dubios. Ohne ein Schreiben kommt Geld.

Von Birgit Ulbricht
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Mario Hoffmann an der Unfallstelle, wo sein Sohn überfahren wurde.
Mario Hoffmann an der Unfallstelle, wo sein Sohn überfahren wurde. © Kristin Richter

Reinersdorf. Rechtsanwalt Jörg Dänzer aus Großenhain ist sprachlos. Er hat erneut Geld von einer Kfz-Versicherung für seinen Mandanten erhalten. An sich normal. Nur in diesem Fall höchst kurios, weil die Zahlung völlig kommentarlos erfolgt. Bis heute weiß angeblich niemand, wer am 18. April 2018 den 16-jährigen Danny Hoffmann samt Moped in Reinersdorf auf der Kreuzung Kalkreuth-Göhra überfahren und schwerst verletzt hat. 

Danny hat zwölf Hauptbrüche, 30 Frakturen und ein Schädel-Hirn-Trauma davongetragen. Der Unfallverursacher machte sich nach kurzem Halt hinter der Kreuzung aus dem Staub. Viele Details sind bekannt. Dass der Verursacher in Ebersbach den Golf mit dunkelblauem Mineraleffekt abholte zum Beispiel, mit rotem Kennzeichen eines Großenhainer Autohauses. 

Bekannt ist auch, dass der Täter nach seiner Flucht auch in Großenhain fast einen Crash verursachte und dazu Anzeige erstattet wurde. Die Ermittler fanden jedoch weder das Tatfahrzeug, das angeblich nach Osteuropa verkauft sein soll, noch konnte dem Verdächtigen nachgewiesen werden, dass er tatsächlich selbst gefahren ist. 

So ist der Stand, seit der Fall im Mai 2018 in „Kripo live“ rekonstruiert wurde und an dem sich bis zum heutigen Tag nichts geändert hat. Denn auch die Handyauswertung des mutmaßlichen Unfallfahrers steht immer noch aus. Personalmangel. 

Anfang Dezember hat Anwalt Jörg Dänzer ohne jegliche Klärung des Falls von einer Versicherung 15.000 Euro Schmerzensgeld-Vorschuss erhalten. Ohne Erklärung und freiwillig. In den Ermittlungsakten wurde zunächst eine mögliche Versicherung genannt. 

Dann kam die Antwort, das Kennzeichen gehöre zu einer anderen Versicherung. Also wandte sich Dänzer dorthin. Der Versicherer zahlte anstandslos. Gewöhnlich enden solche Fälle in einem langwierigen Gutachterprozess.

Zum Video von „Kripo live“: https://szlink.de/Unfall