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Döbeln

Versorger investieren trotz Krise

MitnetzStrom investiert knapp zwei Millionen Euro in der Region Döbeln. Die Veolia als Wasserzulieferer verschiebt das Zählerwechseln.

Frank Goldbach von der Firma Klaus Bauer GmbH Elektroanlagen aus Döbeln demontiert eine alte Aluminiumleitung in Gadewitz bei Großweitzschen. Die Leitung wird durch Erdkabel ersetzt.
Frank Goldbach von der Firma Klaus Bauer GmbH Elektroanlagen aus Döbeln demontiert eine alte Aluminiumleitung in Gadewitz bei Großweitzschen. Die Leitung wird durch Erdkabel ersetzt. © Dietmar Thomas

Die Mittelsachsen werden nach wie vor sicher mit Strom und Wasser versorgt. Krisenbedingte Ausfälle hat es in der Region bisher nicht gegeben. Die Notfallpläne der Versorger haben gegriffen. Doch wie geht es mit den für 2020 geplanten Investitionen in der Region weiter?

MitnetzStrom investiert rund zwei Millionen Euro in die Region Döbeln:

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Die MitnetzStrom hält nach wie vor an den geplanten Maßnahmen fest. Darüber informierte Evelyn Zaruba, Sprecherin des EnviaM-Netzbetreibers. Insgesamt zwei Millionen Euro wendet der Stromversorger auf, um ins Mittel- und Niederspannungsnetz zu investieren.

 „Schwerpunkt sind Netzverstärkungs- und Optimierungsmaßnahmen, die zur Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energieanlagen notwendig sind“, sagte Zaruba. Auch werden veraltete Kabel ausgetauscht und Freileitungen im Netz durch Erdkabel ersetzt.

 Reguläre Baumaßnahmen sowie notwendige Reparaturen an Netzanlagen im Netzgebiet werden weiterhin durchgeführt und geplant, insofern die entsprechenden Schutzmaßnahmen von den Mitarbeitern und Auftragsfirmen eingehalten werden können. 

Tätig sein werden, so Zaruba, vor allem regional ansässige Bau- und Montagefirmen. „Wir prüfen zudem anstehende Baumaßnahmen auf Relevanz“, ergänzt Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen.

Neue Kabel für Ostrau, Waldheim, Hartha und Großweitzschen:

Schon aktiv ist der Versorger in Meinsberg bei Waldheim. Dort wird bis Ende Mai für rund 272.000 Euro eine 1,3 Kilometer lange Niederspannungsfreileitung durch Erdkabel ersetzt. „Damit erhöhen wir die Versorgungssicherheit“, informierte Härling. 

Noch bis Ende 2021 werden die Arbeiten bei Großweitzschen andauern. Dort sollen die Ortsnetze in Redemitz und Gadewitz erneuert werden, sowie zwischen Gadewitz und Zschaitz Mittelspannungsfreileitungen verkabelt werden.

 Ziel ist es, eine maximale Übertragungsleistung zu erreichen. 800.000 Euro sind dafür nötig. In Hartha und Aschershain werden Trafostationen ersetzt. Auch gibt es neue Mittelspannungsfreileitungen. Start hier ist voraussichtlich im Mai. Bauende für Oktober 2020 vorgesehen. Hintergrund ist die Spannungsumstellung auf 20 Kilovolt im Bereich des Umspannwerkes Kriebethal 2022. 

Investiert werden 310.000 Euro. Auch zwischen Wendishain und Nauhain, Noschkowitz und Wutzschwitz sowie Neuhausen und Steina erfolgt eine Verkabelung der Mittelspannungsfreileitung. In Ostrau wird noch bis Juni 2020 die Niederspannungsfreileitung entlang der Lommatzscher Straße verkabelt. 

Und in Waldheim ist geplant, bis September 2020 eine neue Trafostation am Eichberg zu errichten. Auch diese Investition ergibt sich aus der Umstellung am Umspannwerk in Kriebethal. Geplant sind zudem Arbeiten am Niederspannungskabel in der Waldheimer Auenstraße.

Störungen und Reparaturen werdenim Stromnetz weiterhin behoben:

Die Corona-Krise bleibt eine Herausforderung für den Stromversorger, der im Landkreis ein Stromnetz von rund 8.700 Kilometern betreibt. Aber auf einen möglichen Krisenfall ist Mitnetz vorbereitet.

 „Wir haben für den Betrieb unserer Strom- und Gasnetze umfangreiche Notfallpläne erarbeitet, die eine Aufrechterhaltung des Betriebs sicherstellen“, erklärt Uwe Härling. Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst sind auch vor Ort tätig, um Störungen zu beheben und Reparaturen durchzuführen.

Veolia hält an Bauvorhabenin diesem Jahr fest:

„Alle bereits begonnen Bauvorhaben werden derzeit auch planmäßig durchgeführt“, informierte Veolia-Sprecherin Tina Stroisch. Zwar sei auf den Baustellungen nur eine Mindestbesetzung tätig, doch einen Baustopp gebe es nicht. 

„Die in diesem Jahr noch ausstehenden Maßnahmen werden weiterhin geplant, ausgeschrieben und seitens der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH und des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal vergeben.

 Vorgesehen sind für die Region zum Beispiel der Bau einer Abwasser- und Trinkwasserleitung an der Brunnengasse in Döbeln, eine neue Abwasserleitung in der Roßweiner Straße sowie eine neue Trinkwasserleitung am Oberranschützer Weg. In Forchheim steht der zweite Bauabschnitt der Erneuerung der Trinkwasserleitung auf dem Plan.

 Eine Leitung zum Transport von Trinkwasser zum Pumpwerk ist für Limmritz vorgesehen. In Technitz wird die Einspeisung des Trinkwassers neu verlegt. „Auch die Herstellung von Wasseranschlüssen erfolgt je nach Priorität unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen“, ergänzt die Veolia-Sprecherin. 

Nicht dringliche Arbeiten, bei denen der direkte Kontakt zu den Kunden notwendig ist, sind auf 2021 verschoben worden. So zum Beispiel der Zählerwechsel. Das sei mit der Eichbehörde abgestimmt worden. Auch auf den Baustellen von Veolia sind vorwiegend Firmen aus der Region tätig.

Mehr Veolia-Mitarbeiter kehrenin den aktiven Dienst zurück:

Nach wie vor geschlossen bleiben die Kundencenter, so Stroisch. Erreichbar bleiben die Mitarbeiter weiterhin während der Geschäftszeiten über Telefon, E-Mail oder auf postalischem Weg. In dringenden Fällen steht auch eine 24-Stunden-Rufbereitschaft zur Verfügung. 

Ab Anfang Mai will Veolia das Arbeitspensum allmählich über die Kernaufgaben hinaus wieder aufstocken. So sollen kleinere Maßnahmen, wie zum Beispiel der Neubau oder die Rekonstruktion von Hausanschlüssen, Hydranten oder Schieberkreuzern wieder durchgeführt werden. 

Auch geplante technologische Erneuerungsarbeiten an Wasserwerken, Pumpstationen oder Kläranlagen werden wieder ausgeführt, um langfristig den Anlagenbetrieb zu sichern. Verschoben werden neben dem Zählerwechsel auch Ablesen sowie Wartungsarbeiten. 

Um die weiteren Aufgaben wahrnehmen zu können, kehren, unter Berücksichtigung der geltenden Schutzmaßnahmen, mehr Mitarbeiter aktiv in den Betrieb zurück. „Sie werden nach einem detaillierten Schichtplan arbeiten“, so Stroisch. 

Die Corona-Krise bleibe auch jetzt eine Herausforderung. Bisher sei bei noch keinem Mitarbeiter eine Infektion festgestellt worden. Durch Schichtpläne, Einzelarbeit und Homeoffice sei es gelungen, die Tätigkeit von Veolia aufrechtzuerhalten. Schutzmittel wie Masken, Desinfektion sowie Materialien und Chemikalien, die für den Betrieb der Anlagen notwendig sind, seien langfristig vorrätig.

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