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Versteckspiel an der Grenze

Drei Tage lang haben Zoll und Polizei an der A17 kontrolliert. Sie fanden Waffen, unversteuerte Zigaretten und – Hormone.

© Daniel Schäfer

Breitenau. Es war ein Großeinsatz, der sich für Zoll und Polizei gelohnt hat: Auf dem Parkplatz „Am Heidenholz“ an der A17 nahe der tschechischen Grenze hatten die Beamten drei Tage lang Fahrzeuge und Personen kontrolliert. Los ging es bereits am frühen Mittwoch, 30. Mai. Bis Freitagabend war die Autobahn in Fahrtrichtung Dresden gesperrt, der Verkehr wurde über den Rastplatz umgeleitet.

Insgesamt schauten sich die Beamten 700 Fahrzeuge und 1300 Personen näher an, sagte Heike Wilsdorf, Sprecherin des Hauptzollamtes Dresden. Im Ergebnis wurden 17 Strafverfahren eingeleitet: zwölf allein wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Viermal ging es zudem um Verletzungen des Waffenrechts und in einem weiteren Fall geriet jemand mit dem Arzneimittelgesetz in Konflikt.

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Die Aktion war die erste dieser Größenordnung, die der Zoll an der grenznahen Autobahn durchführte. Dreißig bis vierzig Beamte aus den Standorten Dresden, Zittau, Görlitz und Leipzig waren ständig vor Ort. Dazu kamen Kollegen vom Hauptzollamt Erfurt sowie Landespolizisten, Bundespolizisten und die Mitarbeiter des Bundesamts für Güterverkehr. Zum Einsatz kam neben dem Spürhund auch ein „Scan Van“. Das ist ein Röntgenapparat für Koffer, wie man ihn vom Flughafen kennt, nur eben auf Rädern.

Nicht zuletzt dank der tierischen und technischen Hilfe gelang es den Beamten, Illegales aufzudecken, was sonst im Verborgenen geblieben wäre. So stellten die Zöllner 260 Schlagringe und 30 Elektroschocker sicher. Sie waren unter mehreren Kartons mit Kinderspielzeug versteckt.

In einem dänischen Kleintransporter indes wurden 14 Päckchen Testosteronampullen mit insgesamt dreieinhalb Litern Inhalt entdeckt. Solche Präparate mit dem männlichen Sexualhormon werden gern als Dopingmittel genutzt.

Außerdem stellten die Zollbeamten in 15 Fällen steuerrechtliche Verstöße fest. Ein Schwede etwa transportierte 900 Liter Bier, um es in seinem Geschäft in Schweden zu verkaufen. Das war genauso wenig versteuert wie jene 730 Kilogramm Kaffee, die ein tschechischer Kleintransporter geladen hatte. Losgeschickt in Vietnam, Ho-Chi-Minh-Stadt, kam die Ware über Singapur irgendwie nach Tschechien. Am Ende sollte sie in Leipzig über den Ladentisch gehen. Das wird aber nunmehr nicht stattfinden.

Die Röntgentechnik im „Scan Van“ leistete unter anderem am Nachmittag des 1. Juni gute Dienste, als die Zöllner ein Fahrzeug mit Anhänger stoppten. Im Anschluss entdeckten sie mehr als 15 000 unversteuerte Zigaretten, die raffiniert in großen Säcken mit Getreide versteckt waren.

Darüber hinaus übergab der Zoll insgesamt 20 verdächtige Fälle direkt an die Bundes- oder Landespolizei. Sie ermitteln nun dazu weiter. (SZ/dsz)