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Vertrauen des Freundes missbraucht

Ein Döbelner stand wegen Unterschlagung vor Gericht. Er gestand die Tat. Ein Urteil gab es trotzdem nicht.

© Symbolfoto: dpa

Von Helene Krause

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Döbeln. Ein 18-jährige Döbelner brach das Vertrauen eines Bekannten. Für den sollte er am 16. Mai 2016 50 Euro abheben. Dafür gab ihm der Bekannte ein Portemonnaie mit der Geldkarte und einen Zettel mit der PIN. Der Döbelner hob die 50 Euro ab. Davon kaufte er für den Eigentümer des Geldes Fleisch im Wert von vier Euro. Den Rest soll er behalten und für sich Crystal gekauft haben. Wegen der Unterschlagung und wegen einer weiteren Tat stand der 18-Jährige jetzt vorm Amtsgericht Döbeln.

Die Geldkarte hatte der Angeklagte nicht zurückgegeben. Am Abend des 16.  Mai 2016 kam ihm die Idee, noch einmal 50 Euro von dem Konto seines Bekannten abzuheben. Als ihn ein 33-jähriger Kumpel besuchte, übergab er diesem die fremde Geldkarte. Zusätzlich beauftrage er ihn, von dem fremden Konto 50 Euro abzuheben. 30 Euro davon sollte der Kumpan behalten. Weil er die 50 Euro von der Volksbank und nicht bei der kontoführenden Bank abhob, entstand dem Geschädigten noch ein zusätzlicher Schaden von 3,90 Euro. Nach der Abhebung wollte der Angeklagte das Portemonnaie des Geschädigten samt Geldkarte in die Mulde werfen. Doch die Geldbörse landete nicht im Fluss, sondern am Ufer. Dort fand sie ein Passant.

Wegen der Taten sollten sich der Angeklagte und sein Kumpan gemeinsam vor Gericht verantworten. Doch der Kumpel ist nicht zur Verhandlung gekommen. Jungendrichter Lutz Hasselmann trennt das Verfahren ab. Das Gericht verhandelt nur gegen den 18-Jährigen.

„Es war so“, gesteht der Angeklagte. Den Schaden hat er wieder gutgemacht. Er zählte dem Opfer die 100 Euro zurück. Ein weiteres Verfahren wegen Diebstahls erwartet den Beschuldigten demnächst. Deswegen lässt Richter Hasselmann den Angeklagten mit einer Ermahnung davon kommen. „Wenn Sie mit jemandem etwas vereinbaren, müssen Sie sich auch an die Vereinbarung halten“, ermahnt er ihn. Dann stellt er das Verfahren ein.