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Verwirrter greift Polizeirevier an

Ein 41-Jähriger hört Stimmen in seinem Kopf und demoliert mit einer Hantelstange eine Fensterscheibe. Dann schlägt er einen Polizisten.

© Archiv/Dietmar Thomas

Von Helene Krause

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Am Vormittag des 7. Mai 2017 stürmte ein 41-jähriger Döbelner mit einer Handelstange zum Polizeirevier in der Burgstraße. Wütend zerschlug er Fensterscheiben sowie einen Fensterrahmen und beschädigte die Fassade (szo berichtete). Es entstand ein Sachschaden in Höhe von über 3000 Euro.

Ein Polizist, der aus dem Revier kam, um nachzuschauen, forderte den Angreifer auf, die Hantelstange wegzuwerfen. Doch dieser reagierte nicht. Der Beamte musste mit seiner Dienstwaffe einen Warnschuss abgeben. Als der Angreifer die Hantel weggelegt hatte, kam er auf den Polizisten zu und schlug ihm ein blaues Auge. Der Beamte war zwei Tage krankgeschrieben.

Der Vorfall und weitere Taten brachten dem Angreifer zwei Anklagen vorm Amtsgericht Döbeln ein. Vorgeworfen wurden ihm Sachbeschädigung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung sowie für die beiden weiteren Taten Sachbeschädigung. Im Juli und Oktober 2017 soll der Angeklagte in seiner Wohnung in der Staupitzstraße in Döbeln zwei Trockenbauwände mit einer Hantelstange durchlöchert haben. Dem Vermieter entstand ein Schaden von mehreren Hundert Euro.

Vor Gericht gestand der Beschuldigte die Taten. Er sagte aus, dass er Wut auf die Polizisten hatte. „Ich wollte zwei Anzeigen machen“, sagte er. „Sie haben mich zweimal rausgeschmissen.“ Die Löcher in die Trockenbauwände habe er geschlagen, weil ihn die Nachbarn nervten. „Die Idioten haben Lärm gemacht“, sagte er. Auch sollen ihn Stimmen, die er in seinem Kopf hört, zu den Taten aufgefordert haben.

Bei dem Angeklagten wurde 2009 im Krankenhaus in Hochweitzschen eine paranoide Schizophrenie mit akustischen Halluzinationen festgestellt. Das bescheinigte ihm der Gutachter Dr. Steffen Dauer, Rechtspsychologe in Halle/Saale. Eine Sicherungsverwahrung des Mannes sieht er zur Zeit nicht für erforderlich an. „Entscheidend ist, wie sich sein Verhalten entwickelt“, so Dr. Dauer. Zur Tatzeit sei der Angeklagte aufgrund seiner Erkrankung schuldunfähig gewesen.

Aufgrund der Einschätzung des Gutachters spricht Richterin Christa Weik den An- geklagten frei. Das Urteil ist rechtskräftig.