Merken

Verwirrung um einen Diebstahl

Zwei Syrer sind des Diebstahls angeklagt. Beide leugnen die Tat und die Zeugen machen verworrene Angaben.

Teilen
Folgen

Von Helene Krause

Auf den Gesichtern von Richterin Marion Zöllner und Staatsanwalt Sascha Gruschwitz spiegelt sich Ratlosigkeit. Nach der Zeugenbefragung müssen sie die Verhandlung zur Beratung unterbrechen. Zu undurchsichtig sind die Schilderungen des Geschehens durch die Zeugen.

Angeklagt sind ein 52-jähriger Syrer und sein 21 Jahre alter Sohn. Am 2011 sollen beide in Döbeln an der Waldheimer Straße in die Lagerräume eines Döbelner Geschäftsmannes eingedrungen sein. Dort sollen sie Bekleidung, Schals, Tücher und Schuhe gestohlen haben. Das Diebesgut hatte einen Wert von 10 000 Euro.

Die beiden Angeklagten bestreiten die Tat. Da die Waren in der Wohnung und in den Geschäftsräumen des angeklagten Vaters von der Polizei gefunden und beschlagnahmt wurden, gibt der an, dass ein Mitarbeiter der Palettenfirma seines Sohnes ihm die Sachen gebracht habe. Angeblich wäre ein Bekannter von diesem mit seinem Unternehmen in Konkurs gegangen. Die Gegenstände sollten aus der Konkursmasse stammen.

Die genauen Umstände der Tat blieben während der Verhandlung im Dunklen. Der Döbelner Geschäftsmann hatte einen Teil der Freifläche seines Geländes in der Waldheimer Straße einem weiteren Sohn des 52-jährigen Syrers vermietet. Dieser hatte dort eine Firma für den Verleih von Paletten betrieben. Außer der Freilagerfläche gibt es auf dem Grundstück noch ein zweistöckiges Gebäude, das zu DDR-Zeiten als Bürogebäude genutzt wurde. Im Obergeschoss waren die Kleidungsstücke in verschlossenen Räumen gelagert. Die Waren stammten aus einem Geschäft in der Döbelner Ritterstraße. Das Haus gehörte dem Geschäftsmann. Weil die Mieterin die Miete schuldig blieb, lagerte er die Waren in dem ehemaligen Bürogebäude ein.

Warum der Geschäftsmann den Diebstahl erst Ende Mai bei der Polizei anzeigte, obwohl er ihn schon eher bemerkte, bleibt in der Verhandlung unklar, genauso wie der Zeitpunkt, zu dem die Tat geschehen sein soll. Zugang zu dem Areal hatten auch andere, nämlich die Kunden des Palettenunternehmens. Aufgrund der unklaren Beweislage spricht das Gericht die beiden Angeklagten frei.