merken

Verwundeter Super-Gigi

Er hat fast alles gewonnen, was man als Fußballer gewinnen kann. Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon wird 40.

© picture alliance / Mike Lawrence

Von Annette Reuther, Rom

Anzeige
Die Zeit ist reif für einen Wechsel?

Haben Sie schon mal überlegt, wie Ihre Autoversicherung günstiger wird? Wer bis zum 30. November 2019 wechselt, profitiert von bis zu 15 Prozent Rabatt.

Es hätte eigentlich ein grandioses Jahr werden können für Gianluigi Buffon. Er hätte als erster Fußballer in der Geschichte zu seiner sechsten Weltmeisterschaft fahren können. Doch die WM in Russland 2018 wird für Italiens Torwartkönig für immer eine Wunde bleiben. Wenn „Super-Gigi“ am Sonntag 40 Jahre alt wird, werden Lobeshymnen auf ihn angestimmt, Sonderhefte gedruckt und seine Karriere in Bildern und Zitaten gewürdigt. Doch eines kann ihm niemand mehr schenken: eine Teilnahme an der kommenden WM.

Buffon war der Erste, der nach dem Ausscheiden Italiens in der WM-Qualifikation gegen Schweden die Konsequenz zog: Er trat als Kapitän der Nationalmannschaft ab. Tränenreich machte er seiner Bestürzung Luft. Und nicht nur da zeigte der 1,92-Meter- Torwart von Juventus Turin seine gefühlvolle Seite: Er weinte 2017 nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Real Madrid. Und er weinte nach dem verlorenen Elfmeterschießen im EM-Viertelfinale 2016 gegen Deutschland.

Das Ausscheiden gegen Schweden werde er „bis zum Lebensende bereuen“, sagt Buffon. Doch die Schmach schadete seinem Ansehen nicht. Verehrt wird er als Weltklasse-Torwart in aller Welt. Der Mann aus Carrara hat mehr als 1 000 Pflichtspiele und 175 Länderspiele absolviert, er wurde im Dauer-Wettstreit mit Manuel Neuer und dem Spanier Iker Casillas fünf Mal Welttorhüter. Er hat Depressionen genauso überstanden wie schwere Rückenverletzungen.

Auch in Zukunft wird man von „Super-Gigi“ hören – und nicht nur in der Werbung für Shampoo und Rotwein. Er denke über eine weitere Saison bei Juve nach, hieß es kürzlich. Und sollte er doch aufhören, stehe er trotzdem weiter zur Verfügung, „für Juventus wie für die Nationalmannschaft“, sagte Buffon. „Selbst mit 80 Jahren, wenn plötzlich kein Torhüter da wäre, dürfte man mich anrufen – ich trainiere dann kurz und springe ein.“ (dpa)