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Sport

Wie Dynamo verliert Stuttgart vor Gericht

Ein Handelfmeter in der Nachspielzeit, der keiner war. Der VfB legt Protest beim DFB ein, hat aber keinen Erfolg. Den Dresdnern kommt das bekannt vor.

Viel Redebedarf gab es bei Zweitligaspiel zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem VfB Stuttgart. Hier diskutiert VfB-Profi Philipp Förster mit Schiedsrichter Sascha Stegemann.
Viel Redebedarf gab es bei Zweitligaspiel zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem VfB Stuttgart. Hier diskutiert VfB-Profi Philipp Förster mit Schiedsrichter Sascha Stegemann. © dpa-POOL

Die umstrittene Szene, die juristische Aufarbeitung, die Urteilsbegründung - all das dürfte Dynamo Dresden bekannt vorkommen. Am Montag traf es nun den VfB Stuttgart, dessen Einspruch gegen die Wertung eines Zweitliga-Spiels vom DFB-Sportgericht  abgelehnt wurde. Damit bleibt es bei der 1:2-Niederlage des VfB gegen den SV Wehen Wiesbaden - und damit auch beim Ein-Punkte-Rückstand der Schwarz-Gelben in der Tabelle auf den Tabellenvorletzten aus Hessen. Erneut argumentierte der Richter mit der Tatsachenentscheidung, die auch in Zeiten des Videobeweises nicht verändert werden dürfe.

"Der Schiedsrichter hat ein strafbares Handspiel wahrgenommen und Elfmeter verhängt", sagte der Vorsitzende des Sportgerichts, Hans E. Lorenz. "Das war eine unanfechtbare Tatsachenentscheidung. Auf den Ablauf und die Qualität des Dialoges zwischen Schiedsrichter und Videoassistent kommt es nicht an."

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Der Videoassistent sei "für den Schiedsrichter ein zusätzliches Hilfsmittel bei der Vorbereitung seiner Entscheidung". Der Aufstiegsaspirant aus Stuttgart hatte die Partie am 17. Mai aufgrund eines umstrittenen Handelfmeters in der Nachspielzeit verloren, der erst nach der Intervention des Videoschiedsrichters gegeben worden war.

"Wir sind enttäuscht über die Entscheidung des Sportgerichts, weil wir nach wie vor der Meinung sind, dass die Elfmeterentscheidung und damit das Endergebnis des Spiels durch einen klaren Regelverstoß zustande gekommen ist. Wir warten nun die schriftliche Urteilsbegründung ab und behalten uns vor, gegen das Urteil in Berufung zu gehen", sagte VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger.

Sportdirektor Sven Mislintat hatte den Einspruch zuvor damit begründet, dass "das Verhalten des Schiedsrichters bei der Entstehung des Siegtreffers nach unserer Überzeugung einen Regelverstoß darstellt, der einen unmittelbaren Einfluss auf das Endergebnis des Spiels hatte."

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Eine ähnliche Erfahrung hatte in dieser Saison auch Dynamo schon gemacht. Nach der  2:3-Heimniederlage gegen den SV Darmstadt hatten die Schwarz-Gelben Protest eingelegt, da ein Tor von Patrick Schmidt wegen Abseitsstellung aberkannt wurde. Auch damals argumentierte Lorenz bei seiner Ablehnung mit der Tatsachenentscheidung. Die Dresdner verzichteten danach auf den Gang in die nächste Instanz. Und auch bei einem dritten Fall vor dem Sportgericht war Dynamo beteiligt. Wehen Wiesbaden zog vor Gericht, weil der Führunstreffer in Dresden aberkannt wurde. Mehr als 20 Sekunden vor dem Treffer hatte der Ball die Linie überquert, der Schiedsrichterassistent es aber übersehen. Der Einspruch blieb ebenso erfolglos wie der von Hannover.  Die 96er hatten gegen Darmstadt in der Schlussphase vermeintlich den Ausgleich erzielt, das Tor wurde wegen einer Ballberührung des Schiedsrichters aberkannt. 

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