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Videoaufnahmen bei Morgentoilette

Zwei Pflegerinnen sollen eine Patientin in einem Pflegeheim grob behandelt haben. Das war vor sechs Jahren. Am Montag platzte der Prozess.

© dpa

Von Alexander Schneider

Dresden. Zwei 36 und 50 Jahre alte Frauen müssen sich wegen versuchter Körperverletzung vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Laut Anklage sollen die Frauen eine 71-jährige Bewohnerin in einem Pflegeheim bei der Morgentoilette grob und menschenverachtend betreut haben – am 5. August 2011. Der Grund dafür war offenbar, dass die Frau ins Bett gemacht hatte.

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Die schon seit Jahren verstorbene Patientin litt an Demenz und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Sie soll im Jahr 2011 in das Heim gekommen sein. Die Pflegekräfte haben die 71-Jährige laut Anklage recht ruppig angefasst, herumkommandiert und sich auch über sie lustig gemacht. Sie habe minutenlang in ihrem Stuhl stehen müssen. Darüber hinaus sollen die Angeklagten die Seniorin mehrere Minuten lang nicht abgetrocknet haben.

Die beiden Angeklagten haben sich zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Frauen sollen von einer Kamera gefilmt worden sein. Es werde in der Beweisaufnahme vor allem darauf ankommen, wie das Video zu werten sei, sagte Richter Ullrich Stein. Er hatte jedoch keine guten Nachrichten. Mehrere Zeugen, die er bereits vor vier Monaten geladen hatte, seien nicht in der Lage zu erscheinen. Die Hauptverhandlung wurde daher bis Ende November ausgesetzt.

Der Ehemann der Patientin berichtete am Rande des Prozesses, dass er damals den Schlaf seiner Frau habe überwachen wollen, weil sie immer sehr müde gewesen sei. Er sei noch im August 2011 mit dem Video zur Polizei gegangen. Die Ermittlungen müssen sehr lange gedauert haben. Die Anklage stammt vom Januar 2016.