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Viel Arbeit mit den Sturmfolgen

Im Nationalpark wird weiter aufgeräumt, Wege sind gesperrt. In den Eisenbahnwelten in Kurort Rathen sind alle Veranstaltungen abgesagt.

© Hanspeter Mayr

Von Anja Weber & Gunnar Klehm

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Sächsische Schweiz. Das Seitenschiff des Meißner Doms lehnt windschief an den Nachbarhäusern. Ein Bauernhaus hat es quer auf die Gleise geweht, das Dach des Umgebindehauses fehlt, Signale sind umgeknickt. Die Schäden sind verheerend. In den Eisenbahnwelten in Kurort Rathen hat Sturm Friederike das Ausstellungsgelände im Garten verwüstet. Etliche Modelle wurden aus der Verankerung gerissen, flogen durch die Luft und wurden zum Teil stark beschädigt.

Den Meißner Dom hat es aus den Angeln gehoben. Figuren liegen verstreut auf dem Gelände der Einsenbahnwelten in Kurort Rathen. Der Reparaturaufwand hat jetzt zu einer Absage geführt.
Den Meißner Dom hat es aus den Angeln gehoben. Figuren liegen verstreut auf dem Gelände der Einsenbahnwelten in Kurort Rathen. Der Reparaturaufwand hat jetzt zu einer Absage geführt. © privat

Trotz aller Anstrengungen in den letzten Tagen ist es den Eisenbahnwelten nicht gelungen, die Sturmfolgen rechtzeitig bis zum Wochenende zu beseitigen. „Wir müssen leider die für Sonnabend geplante Veranstaltung absagen“, erklärt der Chef der Einrichtung, Lothar Hanisch. Er wollte ausnahmsweise in der Winterpause sonnabends öffnen, um Besuchern ein „Eisenbahn-Winterland“ zu präsentieren. Das war sein Beitrag für die touristische Winterbelebung im Kurort. Märchenhaftes Rathen ist dieses Jahr das Thema. Zweimal hat das geklappt. Sechs Züge ließ Hanisch durch seine Landschaften rollen. Es kamen auch Besucher deswegen zielgerichtet nach Rathen, wie er sagt. Doch das wäre nun umsonst. „Bei uns findet keine Winterveranstaltung mehr statt“, sagt Hanisch. Sonstige Programmpunkte im Ort, wie die Märchen-Wanderung oder die Vorstellungen im Hotel Elbiente, sind aber nicht beeinträchtigt, wie es heißt.

Große Schäden im Basteigebiet



Im Nationalpark Sächsische Schweiz hat der Orkan Friederike ein ähnliches Ausmaß an Schäden verursacht wie Sturm Herwart. Davon geht Hanspeter Mayr aus, Pressesprecher der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz. Die Ende Oktober verursachten Schäden seien noch nicht alle behoben. Nun hat Friederike erneut viele Bäume umgeworfen. Die vordere Sächsische Schweiz sei dieses Mal stärker betroffen. Die Nationalparkverwaltung rät nach wie vor wegen sehr hoher Verletzungsgefahr von Wanderungen in den Waldgebieten ab. Hängende Bäume, Kronenteile oder Äste bilden eine unkalkulierbare Gefahr, da sie jederzeit herunter fallen und zu schweren Verletzungen führen können. Zuerst öffentliche Straßen, danach Rettungswege im Wald und Hauptwanderwege – das ist die nach Wichtigkeit geordnete Reihenfolge, nach der die Waldarbeiter der Nationalparkverwaltung und die Nationalparkwacht die Wege frei schneiden. Forstunternehmen unterstützen sie in allen Revieren.

Das Basteigebiet war einer der Schwerpunkte der Sturmschäden im Nationalpark. Über die Zufahrtsstraße fielen mehr als 30 Bäume. Auch der Zugang zu den Schwedenlöchern war wieder blockiert. Die Freiwillige Feuerwehr und die Nationalparkverwaltung haben dort die Straße und die Wege wieder frei geschnitten. Voraussichtlich zum Ende dieser Woche sollen einige weitere Hauptwanderwege wieder begehbar sein.

Wann das gesamte Wegenetz im Nationalpark wieder komplett nutzbar sein wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Sobald weitere Informationen vorliegen, werden diese unter „Wegeservice“ auf der Homepage der Nationalparkverwaltung eingestellt, heißt es von der Behörde.

www.nationalpark-saechsische-schweiz.de