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Viel Geld für die Feuerwehr

Das Gerätehaus braucht einen Anbau. Im Vorjahr wurden Fördermittel noch verwehrt. Nun brachte sie der Landrat selbst.

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© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Freudige Gefühle trotz Schneeflocken gestern Mittag am Skauper Feuerwehrgerätehaus. Landrat Arndt Steinbach (CDU) höchstselbst brachte Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach einen Fördermittelbescheid über 195 730 Euro. Die decken knapp die Hälfte der Baukosten von 441 000 Euro ab, die die Stadt für die letzte nötige Sanierung eines Gerätehauses in einem Ortsteil braucht. Noch dieses Jahr soll es losgehen.

Geplant ist ein Neubau für zwei Fahrzeugstellplätze vor dem bestehenden Objekt. Das derzeitige Gebäude wird saniert für Umkleideräume und einen Sanitärtrakt, ein Wehrleiterzimmer sowie im oberen Stockwerk für einen Schulungs- bzw. Mannschaftsraum. „Dazu müssen wir die räumliche Struktur verändern“, so Thomas Röthig vom Stadtbauamt. Das Treppenhaus wird dann außen am Gebäude angebracht. Planer Volker Partzsch aus Ebersbach hat die Pläne dazu entwickelt.

45 aktive Feuerwehrleute

Die Förderung, so Stadtwehrleiter Mike Häßlich, ist der Festbetrag für einen neuen Fahrzeugstellplatz, den Skaup damit bekommt. Dafür wird die Uebigauer Wehr den Skaupern angegliedert. 45 Aktive hat die Ortswehr damit, plus sieben Leute in der Alters- und Ehrenabteilung. „Zwei neue Kameraden machen gerade die Grundausbildung“, sagt Maik Schumann und freut sich über die Nachwuchsgewinnung. Bruder Rene, der Ortswehrleiter, ist besonders froh, dass nun die Erweiterung und Modernisierung des Standortes in greifbare Nähe rückt. „Wir haben nicht lockergelassen“, sagen die Feuerwehr-Kameraden.

Jetzt läuft bereits das Baugenehmigungsverfahren. Dann gehen die Ausschreibungen los. Der Stadtrat soll die Vergabe in der Augustsitzung beschließen. Rathausmann Thomas Röthig rechnet mit fünf Monaten reiner Bauzeit. Vorm Winterbeginn soll der Rohbau stehen, denn für den Umbau muss das vorhandene Fahrzeug vorerst draußen geparkt werden. „Voraussichtlich im März können wir einziehen“, sagt Stadtwehrleiter Maik Häßlich. Seit Jahren ringen die engagierten Skauper Feuerwehrleute um die Erweiterung ihres Gerätehauses. Sie vereinen auch Männer aus Nasseböhla, Adelsdorf, Folbern, Uebigau und Großenhain. Noch im Vorjahr konnten die von Großenhain beantragten Fördergelder nicht bewilligt werden.

Mängelliste der Unfallkasse

Hintergrund der Erweiterung ist auch eine Mängelliste der Unfallkasse Sachsen, die schon 2010 aufgestellt wurde. Das derzeitige Haus entspricht nicht der Norm für einen Fahrzeugstellplatz. So gibt es keine Absauganlage für die Abgase. Die Kameraden ziehen sich außerdem neben dem Fahrzeug um und haben dabei kaum Platz.

Die Skauper ließen über die Jahre nicht locker und trugen für die Vorplanung alle nötigen Fakten, auch den Umfang des Erweiterungsbedarfs, zusammen. So wurde das ursprünglich weit hinten in der städtischen Prioritätenliste stehende Projekt vorgezogen. Das Skauper Objekt sollte ursprünglich nach 2018 erweitert werden.