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Viel Geld für Flutschäden

Der Freistaat legte finanziell jetzt nach. An drei Stellen kann deshalb repariert werden, was das Wasser zerstört hat.

© Archiv/Norbert Millauer

Von Peter Redlich

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Radebeul. Drei Jahre hat es gedauert, jetzt ist es soweit: Radebeul bekommt die Reparatur seiner Flutschäden von 2013 vollständig ersetzt. Wie OB Bert Wendsche (parteilos) vor Stadträten gerade informierte, gibt es einen Nachschlag von 3,9 Millionen Euro. Eine Schadenshöhe von insgesamt 19,1 Millionen Euro war angemeldet worden, die kommt jetzt vollständig als Zuschuss. Hierfür soll das Nachschlagsgeld verwendet werden.

Die kleine Brücke auf dem Elberadweg unterhalb von Serkowitz kennt jeder – drunter ist der marode Kanal.
Die kleine Brücke auf dem Elberadweg unterhalb von Serkowitz kennt jeder – drunter ist der marode Kanal. © Arvid Müller
Die Kottenleite hat viele Schäden.
Die Kottenleite hat viele Schäden. © Norbert Millauer

Kötzschenbrodaer Straße an der Stadtgrenze mit Fußweg

Die meisten Radebeuler werden sich noch erinnern – beinahe über Nacht musste im Juni 2013 auf der Kötzschenbrodaer Straße an der Stadtgrenze zu Dresden ein Damm errichtet werden, damit nicht Altradebeul mit der Siedlung am Kreis überflutet wird. Dieses Stück Straße, welches den alten Elbarm am Seegraben trennt, wurde durchweicht. Die Straße bekam Risse. Ihre Tragfähigkeit ist nicht mehr ausreichend. Deshalb will die Stadt den Abschnitt reparieren, also neu aufbauen.

Der Durchlass, das Siel, zwischen beiden Gräben soll erhalten bleiben. Die Stadt erwägt, auf der südlichen, der Elbe zugewandten Seite, Aufnahmevorrichtungen für mobile Flutschutzwände mit einzubauen. Damit soll bei Hochwasser die Straße befahrbar bleiben. Auch ein mindestens zwei Meter breiter Fußweg – den es jetzt noch nicht gibt – soll angelegt werden. Reichlich 300 000 Euro gibt es dafür Zuschuss. 410 000 Euro soll alles kosten, für den Fußweg will die Stadt extra Fördermittel beantragen.

Der Abfluss vom Lößnitzbach in Serkowitz muss hergerichtet werden

Das Bachbett vom Lößnitzbach zwischen dem Ortskern von Serkowitz und der Elbe sieht aus wie ein Kanal aus dem Mittelalter. Auch deshalb, weil hier die Schmutzwasser der Siedlung zusammen mit dem Bachwasser ablaufen. Beim letzten Hochwasser ist dieser alte Kanal eingebrochen. Bäume sind in ihn hineingestürzt.

Das soll jetzt alles – auch mit dem 1,5 Millionen Euro großen Zuschuss – nach heutigen Vorschriften neu angelegt werden. Schmutzwasser und Bachwasser sollen letztlich getrennt werden. Die Pläne sind noch nicht fertig, aber nach bisherigem Stand wäre es das Beste, das Schmutzwasser aus Serkowitz über Rohre in die Elbe abzuleiten und für den Lößnitzbach ein neues Bett anzulegen.

Die Kottenleite braucht ein Rückhaltebecken für das Bergwasser

Zu den dicken Schäden, die versteckt unter der Erde entdeckt wurden, gehörten die Unterspülungen an der Kottenleite. Was viele erst als Schichtenwasseraustritte aus den Hochlagen von Radebeul vermuteten, stellte sich nach einem hydrologischen Gutachten als Flutschaden unter der Straßendecke heraus. Die Reparatur kostet 3,1 Millionen Euro. Die Stadt hatte gehofft, dass das gleichzeitig mit dem Ausbau der Straße Kottenleite/Obere Johannisbergstraße zu errichtende Regenrückhaltebecken ebenfalls aus Flutgeldern bezahlt werden kann.

Doch das geht nicht. Denn das Becken ist nicht Bestandteil der Hochwasserschadensbeseitigung, sondern dient der Prävention, also dem Vorbeugen eines erneuten Schadens an der Straße, so Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) vor den Stadträten. Neu aufgebaut werden soll die Kottenleite zwischen Meißner Straße und Ringstraße. Wann hier gebaut wird, steht noch nicht fest.

Die neuen Bedingungen erlauben den Bau über Juni 2017 hinaus

Mit dem zusätzlich für Radebeul gewährten Geld vom Land wurde auch über neue Bedingungen informiert. Neu ist zum Zuschuss die Nachricht, dass die Reparaturen nicht mehr bis zum Stichtag Ende Juni 2017 abgerechnet sein müssen. Das wäre aus heutiger Sicht gar nicht zu schaffen. Auch neu: Geld, welches bei einem Vorhaben nicht verbraucht wird, kann für eine andere angemeldete Flutschutzreparatur eingesetzt werden. Nur unterm Strich muss am Ende alles passen.