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Leben und Stil

Viele Eltern sind keine guten Vorbilder

Ein Großteil der Kinderärzte spricht Eltern Medienkompetenz ab, zeigt eine Studie.

Kinder müssen sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern immer öfter mit Smartphones oder Tablets teilen.
Kinder müssen sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern immer öfter mit Smartphones oder Tablets teilen. © Andrea Warnecke/dpa

Knapp drei Viertel der Kinderärzte sind der Meinung, dass Eltern den Umgang ihrer Kinder mit Computern, Spielekonsolen oder Smartphones verharmlosen. Das zeigt die Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ der pronova BKK, für die bundesweit 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden. Der Studie zufolge beobachteten nahezu alle Mediziner übereinstimmend, dass Eltern bei der Nutzung digitaler Geräte „nicht gerade gute Vorbilder“ sind.

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„Kinder wachsen damit auf, dass das Smartphone in der Welt der Großen ständiger Begleiter ist. Auch Kleinkindern bleibt nicht verborgen, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern ein Stück weit mit diesen Geräten teilen müssen – mit teils dramatischen Folgen für die Entwicklung“, sagt Patrizia Thamm, Psychologin bei der pronova BKK. Lediglich knapp 20 Prozent der Kinderärzte sind sich sicher, dass Eltern die Probleme ihrer Kinder überhaupt wahrnehmen, die Smartphones und Tablets verursachen. Weitere 40 Prozent glauben, dass Mütter und Väter zumindest eine Ahnung von den Auswirkungen haben.

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Die übrigen 40 Prozent halten die elterliche Wahrnehmung bei diesem Thema für eher eingeschränkt. „Dass Eltern den Medienkonsum so wenig als Problem erkennen, macht es noch schwieriger, den Kindern zu helfen und die negativen Auswirkungen zu bekämpfen“, sagt Thamm.

Übermäßiger Konsum macht krank

Kinderärzte führen eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen auf übermäßigen Medienkonsum zurück. Dazu gehören laut Befragung Übergewicht, soziale Auffälligkeiten, motorische Defizite und Lernentwicklungsstörungen.

Diese Probleme nehmen immer weiter zu, warnen die Mediziner. So berichten 79 Prozent der befragten Ärzte, dass sie in den vergangenen fünf Jahren verstärkt soziale Auffälligkeiten bei ihren jungen Patienten feststellen. 75 Prozent registrieren, dass immer mehr Kinder zu viel wiegen. 82 Prozent stellen schon heute eine soziale Isolation des Nachwuchses fest, für die sie die Mediennutzung mitverantwortlich machen. (rnw)