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Viele Frauen verdienen im Osten mehr als Männer

Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen ist regional unterschiedlich groß. Im Osten ist laut einer Studie jedoch ein Trend erkennbar.

© Tobias Kleinschmidt/dpa

Von Andrea Schawe

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Nürnberg/Dresden.Die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern sind noch immer groß. Bezogen auf die monatlichen Bruttolöhne verdienen Männer deutschlandweit etwa 14 Prozent mehr als Frauen. In weiten Teilen Ostdeutschlands sieht es allerdings anders aus: In 29 Kreisen ist das Einkommen der Frauen höher. Das sind Ergebnisse einer laufenden Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). In die Studie flossen Zahlen von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten aus dem Jahr 2016 ein, aber keine von Teilzeitbeschäftigten.

Auffällig ist die Gehaltslücke in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. In Cottbus liegt der Bruttoverdienst der Männer im Mittel bei 2 398 Euro, Frauen verdienen etwa 2 814 Euro – das sind 17,3 Prozent mehr als die Männer. In Frankfurt/Oder sind es 16,6 Prozent mehr. In Dessau in Sachsen-Anhalt ist der Verdienst der Frauen 14,4 Prozent höher, in Schwerin sind es 9,2 Prozent. Das Gehalt der Frauen ist in den verschiedenen Regionen allerdings annähernd gleich.

Andersherum ist es in einigen Regionen Bayerns. In Dingolfing-Landau ist die Gehaltslücke deutschlandweit am größten, Männer verdienen dort 38,4 Prozent mehr als Frauen. In der BMW-Stadt liegt der Mittelwert des Bruttolohns der Männer bei 4 531 Euro, der der Frauen nur bei 2 791 Euro. Ähnlich sieht es in Ingolstadt aus. Dort hat Audi seine größte Produktionsstätte.

In Sachsen bekommen Frauen im Kreis Görlitz mehr Geld als die Männer. In allen anderen Kreisen ist der Verdienst der Männer höher. Am größten ist die Gehaltslücke in Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis. Dort verdienen Männer etwa zehn Prozent mehr als die Frauen. In Dresden und Leipzig sind es bis zu sechs Prozent.

Ein Grund für die großen regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands sei die Betriebs- und Wirtschaftsstruktur, heißt es von der Studienleitung. In Regionen, in denen die Industrie kaum eine Rolle spiele, verdienen Frauen mehr. Es fehlen Großbetriebe. In Cottbus arbeiten etwa zwölf Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst und damit in tarifgebundenen, gut bezahlten Jobs – vor allem Frauen. Ähnlich sieht es in Dessau und Frankfurt/Oder aus. In Südbrandenburg ist auch die Beschäftigungsquote der Männer geringer. Während im niederbayrischen Dingolfing-Landau 73,4 Prozent der Männer eine Arbeit haben, liegt der Anteil in Cottbus bei 54,7 Prozent. Bei den Frauen ist die Beschäftigungsquote annähernd gleich.

Allerdings sind in Ostdeutschland mehr Menschen arbeitslos. In Cottbus sind dazu vier mal so viele Männer in Teilzeit beschäftigt wie in Dingolfing-Landau.