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„Viele Rassen sind sehr gefährdet“

Der Elbetierpark Hebelei züchtet aussterbende Tierarten. In einer Ferienaktion sollen dafür auch Kinder interessiert werden.

Herr Näther, der Elbetierpark hat sich seit Jahren einen Namen mit der Nachzucht aussterbender Tierarten gemacht. Können Haus- und Nutztiere überhaupt aussterben?

Leider ist das so. Jede Woche stirbt im Schnitt eine Haustierrasse oder ein Nutztier aus.

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Warum?

Die Erklärung hierzu ist, dass wir Menschen immer mehr und vor allem schnell Lebensmittel benötigen. Ein Huhn möchte am besten zwei Eier am Tag legen und die Kuh am besten die Milch einer ganzen Herde produzieren. Schafwolle zum Beispiel ist nicht mehr angesagt und wurde durch Baumwolle abgelöst. Dies sind nur einige Beispiele, warum Haustiere aussterben. Sie können einfach mit den Hochleistungsrassen nicht mehr mit halten.

Warum sollten wir diese Rassen erhalten, eine Rinderrasse reicht doch auch?

Die alten Haustierrassen sind oft auf ganz bestimmte Eigenschaften gezüchtet worden. Heidschnucken-Schafe zum Beispiel kommen sehr gut mit dem feucht nassen Klima Niedersachsens zurecht. Carmague-Pferde aus Frankreich leben in Sümpfen und sind besonders resistent gegen Mückenstiche bzw. durch diese verursachte Krankheiten.

Das heißt also vom Aussterben bedrohte Haustierrassen besitzen Eigenschaften, die den Hochleistungsrassen fehlen, deshalb sind sie wichtige Genreserve und schützenswertes Kulturgut zu gleich.

Ja. Jedes Jahr wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen ein Vertreter ausgewählt, das Thema bekannt zu machen. In diesem Jahr sind es alte regionale Entenrassen. Anstatt eines Vertreters wurden in diesem Jahr gleich drei Rasen ausgelobt, um die noch vorhandene zerbrechliche Vielfalt der verschiedenen Regionen in Deutschland besonders hervorzuheben und deutlich zu machen.

Welche Rassen wurden ausgewählt?

Die Deutsche Pekingente, die Orpingtonente aus England und die Warzenente aus Südamerika sind als Stellvertreter ausgewählt worden. Alle drei Rassen sind heute sehr gefährdet, weil sie zu wenig Fleisch bringen oder Züchter die Auflagen zur Stallpflicht in den sich immer häufenden Vogelgrippejahren nicht mehr erfüllen können.

Wann findet die Herbstferienaktion statt?

Die Herbstferienaktion findet am 1. Oktober von 10 bis 18 Uhr statt. Es gibt Aktionsstände, Infostände, Tierfütterungen, eine Bastelstraße rund um das vom Aussterben bedrohte Haustier des Jahres 2017 und die Nutzpflanze des Jahres 2017 - die Kohlrübe! Außerdem findet am 3. Oktober von 10 bis 16 Uhr der Pekingentenmarkt statt. Dabei gibt es um 11, 14 und 16 Uhr im Tierpark Führungen zu den Pekingenten. (SZ)