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Viele Reaktionen auf Skiwege-Report

Jeder macht seins im Zittauer Gebirge? Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster kritisiert das schon lange. Und nicht nur er. 

Skiläufer im Zittauer Gebirge.
Skiläufer im Zittauer Gebirge. © Foto: Rafael Sampedro

Das Spuren oder Nicht-Spuren von Skiwegen im Zittauer Gebirge ist ein symptomatisches Beispiel für die mehr oder weniger gute Zusammenarbeit der Gemeinden im Zittauer Gebirge. Dabei gibt es doch längst gemeinsame Strukturen. Ein Beitrag in der Sächsischen Zeitung  jedenfalls wird seit seinem Erscheinen am vergangenen Freitag heiß diskutiert. Vier Beispiele:

Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP) kritisiert die fehlende Zusammenarbeit schon seit Jahren. Ganz konkret verweist er auf das „Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge“, in dem die Fäden gerade auch der Tourismus-Entwicklung eigentlich zusammenlaufen sollten.  „Nach mehr als zwei Jahren vertrete ich nach wie vor die Auffassung, dass diese neue Tourismuszentrale nicht die erforderliche Schubkraft entfalten konnte, um spürbare, zeitgemäße und nachhaltig wirkende Ergebnisse zu liefern“, schreibt er. Es fehle noch immer an innovativen Inhalten und einer konzeptionellen Neuausrichtung. Dabei sei bei der Gründung des Tourismuszentrums auch die Verbesserung der Servicequalität als ein wichtiges Ziel genannt worden. Sollte es sich weiterhin nicht gelingen, neue Initiativen und Produkte für bestimmte Zielgruppen zu entwickeln und sich den Wünschen und Erwartungen, zum Beispiel eben auch an gespurte Loipen im Winter, zu stellen, werde es im Wettbewerb mit anderen vergleichbaren Regionen keine Fortentwicklung geben, sondern Stillstand, befürchtet Andreas Förster.

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Ines Stephan, die Chefin des Oybiner Fremdenverkehrsbetriebs, sieht das anders: Sie sieht die Gemeinde Oybin auf einem guten Weg. "Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir auf das ehrenamtliche Engagement vieler freiwilliger Helfer  setzen können", sagt sie. Gerade das Spuren der Loipen funktioniere in Oybin und Lückendorf dank der Zusammenarbeit mit dem Lückendorfer Förderverein vorbildlich, findet sie und betont, dass es keine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei, eine solche touristische Infrastruktur kostenlos anzubieten.

Wintersportgast Gunter Bock hat es weniger vorbildlich erlebt. Er schreibt per E-Mail:  "Am 6. Februar fuhr ich mit einem Freund ins Zittauer Gebirge zum Skilaufen. Schnee gab es reichlich, so dass sich der ungeräumte Parkplatz am Stern in Jonsdorf nur schwer befahren ließ. Den Parkplatz am Ortsausgang Richtung Hain hatte auch kein Winterdienst beräumt. Die Loipe zum und um den Hochwald fanden wir in einem bedauernswerten Zustand vor. Als wir in der Mittagszeit in Hain ankamen, konnten wir keine geöffnete Gaststätte finden. Insgesamt hatten wir den Eindruck, Wintertouristen sind im Zittauer Gebirge nicht besonders willkommen."

Tilo Knöbel, Vorsitzender des alpinen Skivereins in Waltersdorf, schreibt: "Man scheint sich nicht bewusst zu sein,  dass all die, die im Winter die Hotels, Pensionen und den Trixi-Park füllen, aber auch der Verein selbst mit dem Wintertourismus Steuern in die Gemeindekasse fließen lassen. Es wäre wichtig, dass sich eine touristisch geprägte Region erst einmal dazu bekennt, Wintersport anbieten zu wollen, und dass dann auch die notwendigen Einrichtungen darauf ausgerichtet werden - auch finanziell. Das Zittauer Gebirge ist sehr wohl ein traditionelles Wintersportgebiet. Und immer wieder werden auch heute noch Talente aus den Vereinen der Region auf Sportschule geschickt, um auch so die Oberlausitz zu repräsentieren. Dass die Wahrnehmung heute anders ist, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit auch daran, dass es in den letzten Jahren versäumt wurde, all diese einzelnen Aktivitäten mal zu bündeln und als Ganzes zu fördern und zu vermarkten – wie es eben in anderen Urlaubsregionen gemacht wurde. Und man sollte als Teil einer Wintersportregion schon etwas stolz auf das sein, was frühere Generationen geschaffen haben und was heute (meist von ehrenamtlich Tätigen) erhalten und weiterentwickelt wird. Aber da sind eben auch Taten der gewählten Organe notwendig; allein Willensbekundungen reichen da nicht.