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Viele Sachsen kennen ihre Nachbarn nicht

Einer Umfrage zufolge kennt mehr als jeder zehnte Einwohner des Freistaats keinen einzigen direkten Nachbarn persönlich – das ist deutschlandweit der zweitschlechteste Wert hinter Berlin.

© dpa

Berlin/Dresden. Am anonymsten leben die Menschen im Westen und im Norden sowie in Hamburg, Bremen und Berlin. Im Osten Deutschlands ist das Nachbarschaftsgefüge noch vergleichsweise intakt. Mit einer Ausnahme: Sachsen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov hervor. Die Umfrage unter mehr als 1 600 Personen wollte im Auftrag von Nextdoor, einem privaten sozialen Netzwerk für Nachbarschaften, herausfinden, wie Nachbarn in Deutschland zusammenleben.

Demnach kennt mehr als jeder zehnte Einwohner des Freistaats keinen einzigen direkten Nachbarn persönlich – das ist deutschlandweit der zweitschlechteste Wert hinter Berlin. Allerdings hat nur knapp ein Viertel der Sachsen keinen Nachbarn, dem er den Wohnungsschlüssel anvertrauen würde. In Hamburg sind das mit 39 Prozent wesentlich mehr.

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Umgekehrt kennen 16 Prozent der Sachsen alle ihre direkten Nachbarn. Auch dies liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 18 Prozent. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kennt fast jeder Dritte seine Nachbarn. Viele Sachsen sind allerdings mit ihren Nachbarn über soziale Medien im Internet verbunden.

Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihnen Sicherheit in der Nachbarschaft am wichtigsten ist. Aber auch Hilfsbereitschaft ist ein Thema: Mit 45 Prozent belegt Nachbarschaftshilfe Platz zwei unter den Themen, die sächsischen Nachbarn besonders am Herzen liegen. Nur 36 Prozent bezeichnen ihre Nachbarschaft als offen gegenüber Neuem. (SZ/sca)