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„Vielleicht sind Mädels mutiger“

Die besten Nachwuchsrodler der Welt kämpfen bei der WM in Altenberg um die Medaillen.

Der letzte Wettkampf in dieser Saison ist der wichtigste. Das gilt für die Rodler genauso wie für die Bahn in Altenberg, wo am Freitag und Samstag die Junioren-Weltmeisterschaft stattfinden. Jürgen Tiebel ist Vereinschef des Rennrodelclubs Altenberg und damit sozusagen Gastgeber. Im SZ-Interview spricht er über das Großereignis und die Hoffnungen seiner Tochter.

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Herr Tiebel, die weltbesten Nachwuchsrodler sind zu Gast in Altenberg, und Ihre Tochter ist als zweimalige Junioren-Weltmeisterin die große Favoritin. Wer ist nervöser: Sie oder Jessica?

Jessica hat ja schon einige große Wettkämpfe hinter sich, da wird sich die Nervosität in Grenzen halten. Bei den Eltern ist das meist etwas anders.

Diesen Winter wurde sie beim Weltcup der Erwachsenen sogar Dritte. Haben Sie den steilen Aufstieg erwartet?

Dass sie Rodeln kann, hat sie in den vergangenen Jahren bei den Junioren bewiesen. Dadurch hat sie sich für einen Startplatz bei den Großen empfohlen. Ob das absehbar war, kann ich nicht beurteilen, da müssen sie die Trainer fragen.

Altenberg hat einige starke Nachwuchs-rodlerinnen hervorgebracht. Bei den Profis etablieren konnte sich später keine. Gerät man als Vereinschef, aber auch als Vater, dabei ins Grübeln?

Es ist generell schwer, in Deutschland zu den besten Rodlern aufzusteigen. Wir sehen auch, wie die Trainingsmöglichkeiten an anderen Stützpunkten sind, da hat Altenberg etwas den Anschluss verloren – was sich ja aber mit dem neuen Sportzentrum ändern wird. Talente gibt es genug bei uns, nicht nur im Rodeln.

Mit der erst 15-jährigen Jessica Degenhardt kann Altenberg eine zweite JWM-Starterin vorweisen. Wieso gibt es im Osterzgebirge immer wieder hochtalentierte Rodlerinnen, aber kaum Jungen?

Das ist eine schwierige Frage, vielleicht sind die Mädels hier etwas mutiger als die Jungs? Nein, Scherz beiseite, wenn die Kinder bei uns anfangen, sind sie etwa acht Jahre alt. Da sind die meisten Jungen schon im Fußballverein. Vielleicht liegt es daran.

Wie bewerten Sie bisher die Entwicklung Ihres Vereins seit der Ausgliederung aus dem SSV Altenberg vor rund zweieinhalb Jahren?

Wir haben uns in der Rodelwelt einen Namen gemacht. Dank unserer Sponsoren und Förderer steht der Verein gut da und ist für die Zukunft gut aufgestellt. Die Nachwuchsförderung ist eines der wichtigsten Themen, damit auch in Zukunft immer wieder Sportler aus unserer Region die Welt erobern.

Das Gespräch führte Stefan Brieger.