merken

Vier Asylunterkünfte angegriffen

Am Wochenende kam es in Chemnitz, Grimma und in zwei Leipziger Stadtteilen zu Attacken auf Flüchtlingsheime. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

© Symbolbild: dpa

Leipzig. Nach vier Angriffen auf Asylunterkünfte in Sachsen ermittelt der Staatsschutz. Er geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. „In drei Fällen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt, in einem Fall wurde Anzeige wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen“, teilte das Operative Abwehrzentrum (OAZ) am Montag mit. Am Freitag und Sonnabend kam es in Chemnitz, Grimma und in zwei Leipziger Stadtteilen zu Attacken auf Flüchtlingsheime. Dabei haben Unbekannte mit Steinen auf die Gebäude geworfen beziehungsweise einen Sprengsatz oder Kraftstoff anzünden wollen. Das OAZ sucht nach Zeugen der Vorfälle, die teils erst am Montag bekannt gemacht wurden.

Der erste Fall ereignete sich laut Leipziger Volkszeitung im Leipziger Stadtteil Holzhausen. In der geplanten Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende kippten Unbekannte nach Angaben des OAZ in mehreren Etagen bis in den Keller ein Kraftstoffgemisch aus. „Im Eingangsbereich versuchte der Täter, die Flüssigkeit zu entzünden“, berichteten die Ermittler. Das Feuer sei jedoch auf der Fußmatte erloschen und habe sich nicht ausgebreitet.“

Anzeige
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner

Die sportlich elegante 29er Casual aus dem Hause Mühle-Glashütte gibt es ab sofort in der auf 300 Stück limitierten Sonderedition „30 Jahre Deutsche Einheit“.

In Meusdorf versuchte eine Gruppe von fünf bis sieben Personen am Sonnabend, einen selbstgebauten Sprengsatz zu zünden. Nach Angaben des OAZ bestand er aus Spraydosen, Grillanzünder und Papier. Der Körper sollte vor der Hausfassade der künftigen Flüchtlingsunterkunft detonieren. Nach Angaben der Beamten war der Bastelsatz dazu aber nicht geeignet. Die Polizei ermittelt in diesem Fall wegen der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

Im Grimmaer Ortsteil Bahren warfen unbekannte Täter Schottersteine auf ein Fenster des bereits genutzten Asylbewerberheims. In dem Raum befanden sich zu diesem Zeit keine Bewohner. Sie hielten sich in einem Nebenraum auf und vernahmen lediglich dumpfe Geräusche, gingen ihnen aber nicht weiter nach. Die Schäden am Fenster wurden laut Polizei erst am nächsten Tag sichtbar. Durch die Steinwürfe entstanden an den Scheiben Einschläge und Risse. Die Beamten ermitteln hier wegen Sachbeschädigung.

Im vierten Fall ermittelt die Polizei gegen drei Unbekannte in Chemnitz. Sie warfen Steine auf ein Fenster einer Asylbewerberunterkunft in der Straßburger Straße. Laut OAZ wurden mehrere Scheiben beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Die vermummten Täter seien über eine Fußgängerbrücke geflüchtet. (dpa/szo)

Zeugenhinweise nimmt die Polizei in Leipzig unter der Rufnummer 0341 / 966 4 66 66 und die Beamten in Chemnitz unter der Rufnummer 0371 / 387- 49 58 08 entgegen.