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Vier Jahre Haft für Messerstecher

Als sich seine Frau von ihm trennte, rastete ein 53-Jähriger aus. Erst bedrohte er sie, dann griff er brutal an.

© xcitePRESS/JK

Bautzen/Radeberg. Marion Z. wird diesen Abend auf dem Radeberger Bahnhof nie vergessen. Es war der 3. April 2016. Sie wollte gegen 21.30 Uhr zu ihrer Arbeit fahren, als plötzlich ihr ehemaliger Ehemann Kamel K. vor ihr stand. Er holte ein Messer hervor und schlug und stach auf sie ein. Andere Fahrgäste eilten ihr sofort zu Hilfe, kümmerten sich um sie und riefen den Rettungsdienst. Mit schweren Verletzungen im Gesicht wurde Marion Z. ins Krankenhaus gebracht. Die Narben der Tat sind noch heute zu sehen.

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Kamel K. suchte inzwischen das Weite. Beamte des Polizeireviers Kamenz und der Bundespolizei machten sich jedoch unverzüglich auf die Suche. Auch ein Fährtenhund folgte der Spur des Täters. Schließlich wurde der damals 53-Jährige wenige Hundert Meter vom Bahnhof entfernt unter einer Brücke entdeckt. Der Mann ließ sich damals widerstandslos festnehmen und übergab den Polizisten die Tatwaffe.

Alle diese Details wurden am Dienstag im Amtsgericht Bautzen angesprochen, wo der Vorfall verhandelt wurde. Das Opfer schilderte auch, wie ihr Ehemann – ein Tunesier sich nach der Hochzeit verändert hatte. „Er wurde immer eifersüchtiger und warf mir vor, ich würde Verhältnisse mit anderen Männern haben“, sagte die 56-jährige Krankenpflegerin. Die beiden hatten sich bei einem Tanzabend in Dresden kennengelernt und waren sich nähergekommen. Später arbeiten sie sogar beim gleichen Arbeitgeber. Irgendwann reichte es Marion Z. Sie wollte die Trennung. Das verkraftete ihr Ehemann offenbar nicht. Schon im Januar bedrohte er sie verbal. Am Telefon soll er ihr zugerufen haben: „Ich steche dir das Auge aus, damit du keinem Mann mehr gefallen kannst.“

Kamel K. hatte bei der Verhandlung dagegen behauptet, dass er nach der Tat auf dem Weg zur Polizei gewesen ist und Michaela Z. nur einen Schrecken einjagen wollte. Er sagte auch, dass seine ehemalige Frau lüge. Doch Richter Dr. Dirk Hertle ließ sich nicht von den Ausflüchten des Angeklagten beirren. Er verurteilte den Tunesier am Dienstag zur Höchststrafe, die ein Schöffengericht verhängen kann. Kamel K. muss für vier Jahre hinter Gitter. (SZ/td)