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Vier Jungstörche in zwei Nestern

Die Erkenntnisse sind inzwischen verlässlich. Der in Polditz aus dem Horst gefallene Babystorch kehrt nicht zurück.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Neuwallwitz/Polditz. Das ist ein gutes Storchenjahr. Zumindest in den beiden mittelsächsischen Nestern in Neuwallwitz bei Geringswalde und Polditz bei Leisnig. „In Neuwallwitz hat sich in diesem Jahr zum ersten Mal Nachwuchs eingestellt“, sagt Naturschutzbeauftragter Siegfried Reimer. Er hatte bei einem seiner Besuche dort gesehen, dass ein Jungvogel kurz über den Rand des Horstes hinausschaute. Einen zweite kleinen Storch konnte Reimer nicht erkennen, „da ein Altstorch noch fest auf dem Nest saß“, erklärt er. Doch mit viel Durchhaltevermögen und guten „Sehhilfen“ haben die Mädchen und Jungen der Kita „Regenbogen“ in Neuwallwitz des Rätsels Lösung längst herausgefunden. Zwei junge Störche wohnen in dem Nest, dass die Kinder seit vergangenem Jahr immer wieder besuchen. 2017 hat sich ein Storchenpaar einen eingekürzten Schornstein auf dem Neuwallwitzer Firmengelände von Ulrich Mitterer auserkoren und dort einen Horst gebaut. Der ist im Gegensatz zum Polditzer Nest, das sich auf einem Wagenrad befindet, kaum auszumachen. Denn in Neuwallwitz haben die Störche sogar ein Stück in den Schornstein hinein gebaut. Und über den Rand der gelben Backsteine schauen jetzt immer öfter zwei kleine Störchenköpfe hinaus.

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Das Polditzer Storchenpaar hatte 2018 drei Jungtiere, eines lebt jetzt in einem Horst im Jerichower Land. Es war vor drei Wochen aus dem Nest gestürzt. © Dietmar Thomas

Zwei Jungstörche wohnen auch in Polditz. Das kann Weißstorchbeauftragter Kai Schaarschmidt mit Sicherheit sagen. Er hat die zwei wiederum mithilfe der Leisniger Feuerwehr und deren Drehleiterfahrzeug beringt. „Mit dem dritten herausgeworfenen Jungstorch wäre es noch schöner gewesen, aber so ist die Natur“, so Schaarschmidt. Wie der DA berichtete, haben Anwohner Mitte Juni einen Babystorch unter dem Horst in Polditz gefunden. Der Kleine wurde über das „Coreteam Sachsenstorch“ zur Vogelschutzwarte nach Loburg (Sachsen-Anhalt) gebracht. Vorher hat er den Namen „Poldi“ bekommen und einen roten Punkt auf der Stirn als Erkennungszeichen. Denn hätte Kai Schaarschmidt nur einen Jungvogel in Polditz vorgefunden, wäre „Poldi“ in sein Geburtsnest zurückgesetzt worden. Doch für drei Junge reicht meist das Futterangebot nicht. Damit hatte Siegfried Reimer erklärt, weshalb vor Jahren schon einmal ein Jungvogel in Polditz unterm Nest lag. Der Schwächste wird aus dem Nest geschubst, um die anderen durchzubringen. Der Ministorch überlebte damals nicht.

Über den Verbleib von „Poldi“ kann Uwe Seidel aus Kleinbothen Auskunft geben. Er gehört zum „Sachsenstorch“-Team und hat sich schon vor ein paar Wochen mit um den Findling aus Polditz gekümmert. „Der kleine Storch wurde von Paten des Storchenhofes umgetauft und heißt jetzt ,Marci‘“, berichtet Seidel. Sein weiterer Werdegang kann jetzt anhand der Ringnummer HN 798 verfolgt werden. „Im Zuge der Beringung und Horstkontrollen im Jerichower Land wurde der Jungstorch aus Polditz dort in einen Horst zu anderen Jungen dazugesetzt. Das funktioniert zu 99 Prozent“, so der Fachmann. Er selbst hat auch drei junge Störche in Loburg abgeholt und die zu Jungtieren in Nester in Nordsachsen dazugesetzt. Insgesamt waren im Juni mehr als 20 verwaiste Störche in der Vogelschutzwarte abgegeben und bis zum Auswildern aufgepäppelt worden. (mit sol)