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Vier Kandidaten für Landratswahl

Am 7. Juni entscheiden die Wähler auch darüber, wer künftig im Kreissitz auf dem Pirnaer Somnnenstein residiert.

Von Matthias Weigel

Einer will es bleiben, drei andere wollen es werden: Landrat im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Nachdem die Bewerberfrist am Montag endete, hat der Kreiswahlausschuss gestern die vier Bewerber um den Posten auf Schloss Sonnenstein in Pirna bestätigt. Demnach dürfen neben dem derzeitigem Amtsinhaber Michael Geisler (CDU) auch Lutz Richter (Linke), Olaf Rose (NPD) und Nicos Chawales (Einzelbewerber) antreten.

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Der Dresdner musste als Einziger Unterstützungsunterschriften zusammenbekommen, da er keiner Partei oder Vereinigung angehört, die schon im Landtag oder im Kreistag sitzt. Die 200 Unterschriften waren für den Vermesser aber offensichtlich kein Problem. Laut Wahlausschuss brachte er es auf 278 Unterschriften, die er im Landkreis einsammelte. Rechtliche und formale Gründe, warum einer der Kandidaten nicht antreten dürfte, sah der Ausschuss nicht. Seit 2013 gibt es keine Überprüfung auf eine eventuelle Tätigkeit bei der DDR-Staatssicherheit mehr.

Michael Geisler war bereits Mitte Januar von der CDU nominiert worden. Der Amtsinhaber, 1960 in Magdeburg geboren und studierter Lehrer, hat schon seit 1990 Posten im Landratsamt inne, zuerst als Beigeordneter im damaligen Kreis Pirna. 1994 wurde dann zum Landrat im neu gebildeten Kreis Sächsische Schweiz gewählt und 2001 im Amt bestätigt. Seit 2008 ist er als Landrat im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gewählt. Geisler ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Struppen. Die Kreis-FDP unterstützt die Kandidatur.

Stimmzettel gehen in den Druck

SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen haben sich jüngst auf den gemeinsamen Kandidaten Lutz Richter aus Pirna verständigt. Richter ist Mitglied des Sächsischen Landtags, Kreisrat und Vorsitzender des Linken-Kreisverbandes. Inhaltlich gebe es viele Gemeinsamkeiten, weshalb es auch folgerichtig sei, geschlossen einen Kandidaten aufzustellen. Richter ist 40 Jahre alt, wohnt in Pirna und hat zwei Kinder.

Die rechtsextreme NPD wird mit dem Pirnaer NPD-Stadtrat Olaf Rose ins Rennengehen. Rose, Jahrgang 1958, hatte bereits bei der Landratswahl 2008 kandidiert und dort 7,8 Prozent erreicht. Dann noch der Dresdner Vermessungsingenieur Nicos Chawales, Jahrgang 1961: Der Mann mit griechischen Wurzeln und aus dem Dunstkreis von Pegida fiel bislang vor allem bei Anti-Asyl-Demos in Dippoldiswalde, Wilsdruff und Freital auf, wo er gegen Flüchtlinge hetzte, das politische System kritisierte und die Presse diffamierte.

Nach der Bekanntgabe des Ausschusses gestern können nun die Stimmzettel gedruckt und die Briefwahlen in den Kommunen organisiert werden. Gewählt ist am 7. Juni der Kandidat, der 50 Prozent und eine Stimme, also die absolute Mehrheit, auf sich vereint.

Erreicht das keiner der Bewerber, findet am 28. Juni eine Stichwahl statt. Anders als früher dürfen dafür keine zusätzlichen Bewerber mehr aufgestellt werden. Es bleibt also bei vier Kandidaten – es sei denn, einer zieht seine Bewerbung bis 12. Juni zurück.