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Vier Sterne sind das Ziel

Die neuen Betreiber des Campingplatzes in Klitten sind stolz auf ihre erste Saison. Zu tun haben sie auch im Winter.

Von Constanze Knappe

Die Saison am Bärwalder See ist endgültig vorbei. Damit sind wassersportliche Aktivitäten bis 31. März 2019 grundsätzlich nicht genehmigt. Darauf verwies Bürgermeister Achim Junker noch einmal ausdrücklich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Boxberg. Am Montag schauten die Räte aber schon mal voraus auf die neue Saison. Einstimmig befürworteten sie den Abschluss eines Nutzungsvertrags für den Campingplatz SO6 in Klitten-Jasua. Demnach wird die Merkel & Schmidt GbR aus Neustadt den Campingplatz für zwei weitere Jahre betreiben.

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Seit Januar 2018 macht sie das schon. Die letzten Gäste der Saison sind längst weg. Winterpause gibt es für die Betreiber auf dem Campingplatz am Klittener Ufer des Bärwalder Sees nicht. Dafür haben sie nach eigener Aussage viel zu viel zu tun. Derzeit wird beispielsweise eine Einhausung für die Mülltonnen gebaut. Die Duschen für Damen sollen saniert werden. Diese waren zerfroren, nachdem der Vorgänger das Wasser im Winter nicht abgestellt hatte. Bis zum Beginn der neuen Saison werden der Zaun fertiggestellt, die Beleuchtung erweitert, die Wege mit sogenannter schlesischer Wegedecke befestigt. Die Warmwasserversorgung soll künftig über eine Photovoltaikanlage geregelt sein. Systematisch, so erklärte Mario Merkel dem Gemeinderat, würden sie die Kriterien für eine Zertifizierung des Campingplatzes abarbeiten. Vier Sterne sind ihr großes Ziel.

„Wir sind stolz auf die erste Saison“, sagte er. Und dass alle Punkte aus dem Konzept erfüllt seien. Es gibt den Fahrradverleih und eine Grundversorgung. Dabei war ihr Start alles andere als einfach. Ihr Vorgänger zerstörte die Sanitäranlagen und manch anderes. Dass sie deshalb deutlich mehr investieren mussten, hatten die beiden Männer so nicht auf dem Zettel. Sie bissen sich durch. Mit Erfolg. „Die Rückmeldungen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Mario Merkel.

Gemeinde ist ein Sorgenkind los

Und das sieht man auch in der Gemeinde so. Zu Jahresbeginn 2018 sei er nicht so optimistisch gewesen wie jetzt, erklärte Roman Krautz, der Seebeauftragte der Gemeinde Boxberg. Wegen diverser Probleme mit dem Vorgänger kündigte die Gemeinde den Nutzungsvertrag mit ihm. Auf die Ausschreibung hin hatte sich nur ein einziger Bewerber gemeldet, eben die Merkel & Schmidt GbR. „Jeder, der jetzt an dem Platz vorbeifährt, kann feststellen, dass sich Vieles positiv verändert hat“, lobte Roman Krautz. Dass die Firma aus Neustadt die Anlage weiterbetreiben will, könne deshalb nur im Sinne der Gemeinde sein. Über den Wasserzweckverband „Mittlere Neiße – Schöps“ sollen der Trinkwasserringschluss und die Abwasserleitung nach Uhyst fertiggestellt werden. Das werde auch die Bedingungen auf dem Campingplatz weiter verbessern. Der Platz befindet sich im B-Plangebiet „Bärwalder See – Klitten-Jasua“, für dessen touristische Entwicklung es restriktive Vorgaben des Freistaats gibt.

„Ich bin glücklich, dass sich die Sache so gut entwickelt. Damit ist die Gemeinde Boxberg ein Sorgenkind los“, stellte Gemeinderat Horst Jannack (Linke) fest. Kritik vonseiten der Räte gab es lediglich an der Höhe des vereinbarten Nutzungsentgelts von 3 000 Euro pro Jahr. Bürgermeister Achim Junker begründete es damit, dass die neuen Betreiber dafür viel investiert hätten. Er zeigte sich „froh über den jetzigen Zustand“. Es sei wichtig, dass es weitergeht, damit sich die Investitionen für den Betreiber auch darstellen lassen, sagte er.

Auch internationale Gäste

Gäste des Campingplatzes waren in dieser Saison vor allem Wassersportler, die mit ihren Booten den Bärwalder See befuhren, aber ebenso Wanderer und Radwanderer. Sie kamen zumeist aus der Region, auch aus dem Ausland und da vor allem aus Tschechien, zudem aus Luxemburg, den Niederlanden und sogar Schottland. Die meisten blieben übers Wochenende.

Mit der Eröffnung hatten die neuen Betreiber zunächst eine Mitarbeiterin für die Rezeption auf Stundenbasis eingestellt. Das aber bewährte sich nicht. „Der Aufgabenbereich ist viel größer, als wir es erwartet haben. Die Gäste wollen rund um die Uhr betreut werden“, sagt Marco Schmidt. Radfahrer und Wanderer würden zumeist erst zwischen 19 und 21 Uhr auftauchen und sich spontan zur Übernachtung entschließen. Der Gast aus Schottland war sogar erst gegen dreiviertel elf abends da.

Personalfrage bleibt ein Thema

Gebraucht würde jemand mit tschechischen und englischen Sprachkenntnissen, der oder die mit Computer umgehen und auch mal eine Sicherung wechseln kann. Kurzum ein Allroundtalent. „Da findet man niemanden. Denn wer will schon nur in der Saison arbeiten“, sagt Mario Merkel. Und Marco Schmidt fügt hinzu: „Einen Campingplatz muss man leben. Es ist kein Geschäft, das man 9 Uhr aufmacht und halb fünf wieder zu.“ Deshalb ist er fast immer selbst vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen. Die Personalfrage werde eine Herausforderung für 2019, sagen die zwei.

Obwohl beide stolz auf ihre erste Saison am Bärwalder See sind, möchten sie sich zu den Aussichten bis 2020 oder gar darüber hinaus nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. „Es hat vorher nie handfeste Zahlen gegeben, wie der Platz denn eigentlich gelaufen ist“, erklären sie. Und der heiße Sommer 2019 könne eben nicht wirklich ein Maßstab sein.