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Vier Wochen ohne Dusche und Toilettenspülung

Die Vonovia saniert seit Monaten das Hochhaus an der Blasewitzer Straße. Die Mieter kämpfen mit diversen Baumängeln.

© Sven Ellger

Von Julia Vollmer

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DREWAG als Teil des Projektes MAtchUP 

DREWAG-Maßnahmen als Teil des europäischen Forschungsprojektes MAtchUP vorgestellt

28 Tage – so lange leben Petra Borrmann und ihr Lebensgefährte Dieter Gössel jetzt schon ohne eine funktionierende Toilettenspülung. „Es kommt kaum oder nicht genügend Wasser, wir müssen immer noch Wasser mit dem Eimer hinterher kippen“, erzählt die Bewohnerin des Hochhauses an der Blasewitzer Straße 52. Handwerker hätte nichts ausrichten können. Nicht nur die Spülung geht nicht. Da die Dusche keine Umrandung hat und das Wasser so jedes Mal das komplette Bad fluten würde, stehen sie seit Wochen am Waschbecken und machen „Katzenwäsche“. „Wenn ich beim Vermieter anrufe, heißt es: Ich soll mir selbst eine Umrandung oder Kabine bauen, doch von welchem Geld?“ Ihr Vermieter ist das Wohnungsunternehmen Vonovia. Seit Monaten wird das Haus in der Johannstadt saniert. Überall ragen Kabel aus den Wänden, der Fahrstuhl ist von innen notdürftig mit Pressspanplatten verkleidet. Gerüste stehen am Gebäude. Petra Borrmann lebt seit Monaten auf einer Baustelle. „Ich kann langsam nicht mehr“, sagt sie. Ihr Lebensgefährte erlitt einen Schlaganfall, liegt immer wieder im Krankenhaus. Die Familie hofft jetzt auf ein schnelles Ende der Bauarbeiten und auf eine funktionierende Dusche.

Denn das ist nicht der einzige Mangel. Die Klingel funktioniert nicht richtig, die Waschmaschine pumpt seit dem Umbau des Hauses nicht ab. Am meisten Sorge bereitet ihr die angekündigte Mieterhöhung. 100 Euro mehr pro Monat soll sie zahlen, wenn der Umbau abgeschlossen ist. Aktuell muss sie für ihre 77 Quadratmeter 606 Euro warm an die Vonovia überweisen. „Ich weiß nicht, wie das werden soll.“

Vonovia-Sprecherin Bettina Benner reagiert ausweichend. „Die Mieter haben hierfür eine Modernisierungsankündigung erhalten. In dieser wird über Umfang, Beginn und Dauer der Arbeiten sowie die zu erwartende Mieterhöhung informiert.“ Petra Borrmann würde wegen der Baumängel gern eine Mietminderung beantragen, traut sich aber nicht aus Angst vor einer Kündigung.Die Vonovia zeigt auf Nachfrage Verständnis für ihre Mieter und will das Gespräch suchen. Zum Einzelfall Borrmann kommt nichts. Der Hauptteil der Sanierungen sei Mitte Februar fertig geworden, derzeit würden nur noch Restarbeiten erfolgen. Aktuell seien die Arbeiter mit der Installation der Beleuchtung beschäftigt, so Sprecher Max Niklas Gille. Im August soll die Sanierung beendet sein.