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Vinyl im Antiquariat

Langspielplatten sind wieder gefragt. Der Zittauer Andreas Heimberg hat jetzt 5 000 Stück am Lager.

© Matthias Weber

Von Mario Heinke

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Zittau. Bei Andreas Heimberg im Antiquariat am Mandauer Berg steht sie wieder im Regal, die Langspielplatte. Längst hat der analoge Tonträger ein Comeback erlebt und ist in gut sortierten Musikfachgeschäften wieder erhältlich. Musiker lassen ihre Werke nicht mehr nur auf die „kalte“ Compact Disc (CD), sondern auch in Vinyl pressen. Musikliebhaber haben sich wieder einen Plattenspieler zugelegt oder den alten samt Platteensammlung vom Speicher geholt. Die Renaissance der Schallplatte ist nun auch im Antiquariat angekommen. Rund 5 000 Langspielplatten hat der Antiquar am Lager. Gefragt sind vor allem Rock & Pop-Scheiben, DDR-Bands, Kinderschallplatten, Jazz, Blues und Klassik. „Operetten laufen so nicht gut“, sagt Andreas Heimberg. Eine gut erhaltene und gefragte Langspielplatte aus zweiter Hand kann inzwischen 10 Euro kosten. Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht? Alle Schallplatten, die angeboten werden, sind gereinigt und auf Beschädigungen abgehört worden, versichert der 44-Jährige.

2010 in der Weberstraße gestartet, zog der Zittauer ein Jahr später mit seinem Antiquariat 2015 in den Mandauer Berg 2, weil er dort mehr Platz vorfand. In den Geschäfts- und Lagerräumen warten rund 30 000 Bücher auf einen neuen Besitzer. Neben historischer Regionalliteratur bietet das Antiquariat Belletristik, Fach- und Sachbücher, Schulbücher, Reiseliteratur, Erotika, Bücher zu Geschichte, Philosophie, Technik, Medizin, Sport und Kunst sowie Kinderbücher an. Die Belletristik ist nach Autoren sortiert, der Preis für die gebrauchten Exemplare ist auf der ersten Seite mit Bleistift eingetragen. Gebrauchte Bücher kosten bekanntlich wesentlich weniger als neue. Der Ankauf von alten und neuen Büchern gehört ebenso zum Geschäftsmodell wie der Paketshop. Leseratten können bei Andreas Heimberg so ein ausgelesenes Buch wieder „zu Geld machen“ oder sich ein anderes aussuchen.

Neben den Stammkunden sorgen vor allem Urlauber für Umsatz. „Die Touristen gehen ganz anders durch die Stadt, sie haben Zeit und stöbern gern“, so der Zittauer. Die zeitraubende Registratur des Bücherbestandes stellte Heimberg irgendwann ein. Er verlässt sich stattdessen auf sein Erinnerungsvermögen, sortiert halbjährlich aus. „Ich habe die Bücher im Kopf“, sagt er, nimmt ein Buch aus dem Karton und stellt es ins Regal.