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Vogelwiese soll in die Johannstadt

Der große Rummel findet seit Jahren auf dem Volksfestgelände an der Pieschener Allee statt. Die Dresdner FDP will das ändern.

Von Nora Domschke

Erst in der vergangenen Woche verwandelte sich der Platz neben der Marienbrücke wieder zum großen Rummel. Der traditionelle Standort für die Dresdner Vogelwiese ist das allerdings nicht. Erst seit 2004 stehen die blinkenden Fahrgeschäfte und Imbissbuden an der Pieschener Allee. Nun soll die Vogelwiese wieder ans Johannstädter Elbufer zurückkehren – das wünscht sich zumindest die Dresdner FDP. Auf dem Parteitag im Frühjahr dieses Jahres hatten sich die Liberalen mit dem traditionsreichen Rummel beschäftigt und festgestellt, „dass nur die Erinnerung an einst große Zeiten des Volksfestes nicht ausreichen, um diesem eine erfolgreiche Zukunft zu geben.“ Das teilt der Altstädter FDP-Ortsbeirat Marko Beger mit. Die Negativspirale der letzten Jahre aus verkürzter Veranstaltungsdauer, weniger Angeboten und somit weniger Besuchern müsse durchbrochen werden.“

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Die Stadt soll gemeinsam mit dem Veranstalter partnerschaftlich Lösungen für eine zukunftsfähige Vogelwiese finden, so die Forderung der FDP. Organisiert wird der Rummel vom Schaustellerverband Dresden. Vorsitzender Mike Borowsky sagt gegenüber der SZ, dass der Verein in Bezug auf einen anderen Standort prinzipiell gesprächsbereit sei. „Allerdings wird diese Diskussion schon seit Jahren geführt und es wurden ja auch Alternativen geprüft.“ Letztlich habe das Geld gefehlt, um einen anderen Veranstaltungsplatz zu finden.

Neben einem neuen Standort – etwa am Johannstädter Ufer, wo die Vogelwiese schon früher stattfand, oder auch in der Flutrinne – wünscht sich die FDP auch Änderungen am Konzept. Auch das soll die Stadt gemeinsam mit dem Schaustellerverband beraten. Ziel müsse es sein, die Besucherzahlen, auch überregional, zu erhöhen. Von einem Ortswechsel unberührt bleiben sollen die beiden kleineren Feste im Frühjahr und im Herbst.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte die Vogelwiese immer wieder ein anderes Domizil. Im 15. und 16. Jahrhundert fand sie am Stadtgraben in der Nähe des heutigen Pirnaischen Platzes statt, später am Elbufer. Zu DDR-Zeiten strömten die Rummelbesucher auf das Gelände am Großen Garten, wo heute die Gläserne Manufaktur steht. Nach der Wende zog sie wieder an Johannstädter Elbufer – bis dort die Waldschlößchenbrücke gebaut wurde.